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BLKÖ:Woracziczky, Franz Hellfried

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 112. (Quelle)
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10. Franz Hellfried (geb. 23. November 1677, †) legte 1698 bei der böhmischen Statthalterei den Erbhuldigungseid ab, wurde k. Rath, Kämmerer, Kammer- und Hoflehenrechtsbeisitzer und Hauptmann des Elbogener Kreises. Auch erscheint er 1701, 1706 und öfter auf den böhmischen Landtagen. Für seine und seiner Brüder Adalbert Ferdinand und [113] Leopold Karl in den Kriegen gegen Frankreich wohlerworbene Verdienste wurde er mit ihnen zugleich mit Diplom vom 21. August 1704 in den böhmischen Grafenstand erhoben. Franz Hellfried war ein gebildeter Edelmann, der sich gegen die Geschichte seines Hauses nicht gleichgiltig zeigte. Im Jahre 1710 ließ er das Erbbegräbniß seiner Familie in der Franciscanerkirche zu Neuhaus restauriren und errichtete für sich selbst ein Grabdenkmal in der Franciscanerkirche bei Maria Schnee in Prag. Dann ist er auch Verfasser der folgenden zwei Schriften: „Generalbeschreibung des uralten gräflichen und herrlichen Woracziczki’schen Geschlechtes aus der k. Landtafel, alten Memorien, Autoribus und Grabsteinen zusammengestellt“ (Prag 1705, Fol.) und „Kurzer Begriff und Inhalt des Lebens des ehrwürdigen Priesters Johann Sarcander“ (Prag 1711, 8°.). Ueberdies schrieb, von ihm aufgefordert und unterstützt, der Jesuit Michael Adam Frank von Frankenstein die „Genealogia Comitum Woracziczky de Pabenic (Prag 1716, Fol.) und „Syntagma historico-genealogicum domus S. R. I. comitum et baronum Woracziczky de Pabenic (Prag 1716, Fol.). Graf Franz Hellfried hatte sich zweimal verheiratet, zuerst 1700 mit Anna Margaretha Gräfin Stubick, welche schon am 15. Mai 1702 starb, zum anderen Male am 2. September 1704 mit Maximiliana Zaruba von Hustirzon (geb. 1660), Witwe nach Anton Freiherrn von Kolowrat-Liebsteinský, hinterließ jedoch aus beiden Ehen keine Kinder. Er beschäftigte sich, wie schon aus der von ihm geschriebenen Geschichte seiner Familie erhellt, viel mit genealogischen Forschungen über den Adel seines Landes, und in seinem schriftlichen Nachlaß befand sich das von ihm verfaßte genealogisch-heraldische Werk: „Antiquissimarum et praecipuarum regni Bohemiae familiarum geminis coloribus depicta insignia magna diligentia combinata sunt a me Francisco Hellfrido Woracziczky de Pabienicz. Ueber eine zu seinem Andenken geprägte Denkmünze siehe S. 115[WS 1]. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: S. 122