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BLKÖ:Wolkenstein-Trostburg, Hieronymus von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wolkenstein, Hans von
Band: 58 (1889), ab Seite: 59. (Quelle)
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13. Hieronymus von Wolkenstein-Trostburg, (geb. 1610, † 1652), ein Sohn Engelhard Theodorichs aus dessen Ehe mit Ursula von Wolkenstein-Rodenegg. Er studirte zu Innsbruck und Trient; allem Weltgetriebe abhold, dabei schwächlich von Natur, widmete er sich dem geistlichen Stande und wurde Domherr in Trient und Brixen und frühzeitig Vorstand der marianischen Verbrüderung. „Wenig erfreut“, wie sein Biograph schreibt, „in der brausenden Stadt des Fürstbischofs von Trient, nicht erbaut durch mancherlei unkirchliche Art und Weise an seinen eigenen Standesgenossen, zog er sich öfter in die Einsamkeit nach Trostburg zurück und scheint in der letzten Zeit seines Lebens seine Domherrnstelle in Trient gar niedergelegt zu haben, nur die in Brixen behaltend. In Trostburg baute er sich unter dem alten Leuchtthurm des Schlosses eine Einsiedlerzelle. Wie er dann in derselben seinem Glauben mit ganzer Innigkeit lebte und zu den Füßen eines an der Felsenwand auf Weiß gemalten Christus am Kreuze voll Inbrunst betete, und wie sich diese geistigen Anregungen fortspannen durch die folgenden Jahrhunderte in Gebeten zum Gekreuzigten vor jenem Christus an der Felsenwand und dem davor knieenden gräflichen Eremiten zur bäuerlichen Bevölkerung Tirols in der Gegenwart, welche dahin wallfahrtet aus allen Gegenden des Landes, dies erzählt in seiner mystisch überschwenglichen Weise Beda Weber. [Weber (Beda). Tirol und die Reformation [60] u. s. w. (Innsbruck 1841, Wagner, 8°.) S. 338 u. f. im Artikel: „Engelhard Dietrich zu Wolkenstein-Trostburg“.] –