Zum Inhalt springen

BLKÖ:Wolkenstein-Rodenegg, Nicolaus Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 58 (1889), ab Seite: 63. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Nikolaus von Wolkenstein in der Wikipedia
Nikolaus von Wolkenstein in Wikidata
GND-Eintrag: 14078196X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wolkenstein-Rodenegg, Nicolaus Freiherr|58|63|}}

27. Nicolaus Freiherr Wolkenstein-Rodenegg (geb. 1587, gest. in Padua am 4. April 1624), der letztgeborene Sohn des Freiherrn Christoph des Jüngeren aus dessen Ehe mit Ursula Gräfin Madruz[WS 1], trat, während Fortunat, sein ältester Bruder, den Stamm fortpflanzte, in den geistlichen Stand und erhielt eine Domherrenstelle im Erzbisthum Salzburg unter der Regierung des unglücklichen und durch seine Geschicke geschichtlich denkwürdigen Erzbischofs Wolf Dietrich aus dem Hause Raitenau. Derselbe war mit Bayern in Feindseligkeiten gerathen, und Maximilian, der Herzog dieses Landes, drang feindlich gegen das Erzstift vor. Der Kirchenfürst rüstete sich wohl zur Vertheidigung, konnte aber dem Vordringen seines Gegners nicht Einhalt thun, und dieser stand am 22. October 1611 bereits vor Tittmoning. Nun traf Wolf Dietrich, der es bald inne geworden, daß es auch auf seine Person abgesehen sei, Anstalten zur Flucht, legte aber vorher die Regierung in die Hände des Domcapitels nieder. Bei dieser Gelegenheit, in welcher das letztere sich wenig ehrenhaft gegen seinen Regenten, mag derselbe immerhin der Schuldtragende gewesen sein, erwiesen hatte, übernahm Domherr Nicolaus Wolkenstein die Stelle eines Präsidenten des das Erzbisthum verwaltenden Hofrathes. Wolf Dietrich kehrte nach Salzburg nicht mehr zurück, sondern wurde an der kärnthnerischen Grenze von bayrischen Reitern, welche ohne Rücksicht dieselbe überschritten hatten, gefangen genommen, nachdem sein Postmeister Hans Reichard Rottmayr, der ihn führte, den niederträchtigsten Verrath an ihm geübt. Auf die Veste Werfen gebracht, starb er daselbst nach fünfjähriger Haft am 16. Juni 1617. Nicolaus Wolkenstein ward, nachdem das Domcapitel, noch während Wolf Dietrich am Leben war, im Auftrage des Papstes am 18. März 1612 zur neuen Wahl geschritten, aus welcher Marc Sittich aus dem Hause Hohenems hervorging, mit einer Deputation nach Rom gesendet, um vom Papste für den neuen Erzbischof das Pallium zu holen. Er überbrachte dasselbe im August 1612. Als am 9. November 1618 der Bischof von Chiemsee Ehrenfried von Khuenburg gestorben, verlieh Erzbischof Marcus Sittich das Bisthum dem Domherrn Nicolaus Wolkenstein. Nur fünf Jahre versah derselbe diese Kirchenwürde, auf einer Reise nach Italien wurde er zu Padua am 4. April 1624 vom Tode [64] ereilt. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Spaur (korrigiert nach der Stammtafel II. B.).