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BLKÖ:Wohlmuth, Alois

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wohlmuth, Bonifaz
Band: 57 (1889), ab Seite: 248. (Quelle)
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Wohlmuth, Alois (Schriftsteller, Geburtsort Brünn, Geburtsjahr unbekannt), Zeitgenoß. Schon als Knabe zeigte er eine ungewöhnlich große, geradezu leidenschaftliche Vorliebe für das Theater, die, als er zum Jünglinge herangereift, dadurch zum Ausdruck kam, daß er wider den Willen der Eltern Schauspieler wurde. Mehrere Jahre lernte er Künstlers Erdenwallen auf kleineren Bühnen als wandernder Komödiant kennen, endlich gelang es ihm; sich durchzuwinden und an besseren Bühnen, wie in Brünn, Schwerin, Meiningen, Danzig, dauernde Stellungen zu erhalten. 1876 wurde er in Straßburg engagirt, und gegenwärtig ist er wirkliches Mitglied der Münchener Hofbühne. Dieser Lebensgang schien auf seine Muse insoweit Einfluß geübt zu haben, als er sich mit Humor in die Situationen fand, die er selbst gewählt; sich in Spott und Satyre Luft machte und die Unannehmlichkeiten des Komödiantenmiseres heiter vom Herzen wegschrieb. Gibt er uns doch auf die Frage „Wie wird man Schauspieler?“ folgende ziemlich zutreffende Antwort: „Erlernen läßt sich’s nicht. Wem’s angeboren | Der folgt nachtwandlerisch der Dichtung Spur; | Er borgt vom Dichter Geist und borgt ihm wieder,| Und Beider Ziel ist Wahrheit und Natur. | Doch die Begabung, sie bedarf der Pflege, | (Man macht nicht, sondern schleift den Diamant), | Nur rath’ ich, pflege Dich mit eignen Händen, | Den Vortragsmeister schick’ ins Pfefferland! | München, 21. Juli 1887, Alois Wohlmuth.“ Von seinen literarischen Arbeiten sind bisher erschienen: „Epigramme“, 1. Heft (1868); – „Epigramme (1871); – „Streifzüge eines deutschen Komödianten. Erlebnisse“ (1878); – „Ein moderner Simplicissimus. Lustspiel (1880); – „Reisemomente und Erinnerungen“ (1884). Unser Darsteller ist nicht mit dem bayrischen Lehrer und dramatischen Dichter Leonhard Wohlmuth (geb. in Oberbayern 1823) zu verwechseln.

Brümmer (Franz). Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten des neunzehnten Jahrhunderts (Leipzig 1882, Reclam jun., 32°.) Bd. II, S. 499.