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BLKÖ:Wohl, Janka

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wohlfart, Anton
Band: 57 (1889), ab Seite: 234. (Quelle)
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Wohl, Janka (magyarische Dichterin, Ort und Jahr ihrer Geburt unbekannt). Die erste Kunde über eine Dame dieses Namens bringt uns der um Verbreitung der magyarischen Literatur in Deutschland verdiente Polyhistor Kertbeny. Derselbe schreibt schon 1862, also vor einem Vierteljahrhundert, in seinem Buche „Ungarns Männer der Zeit“ (Prag, Steinhauser, 12°.) über Janka Wohl: „Sie ist eine ungarische Dichterin, deren „Gedichte“, 20 Bogen stark, Maurus Jókai herausgab. Dieses Hanchen Wohl scheint deutscher, vielleicht israelitischer Abstammung; sie ist aber nicht nur wirklich eine ungarische, zugleich auch eine echte, überraschend bilderreiche Poetin.“ Seine Absicht, eine Biographie der Dichterin zu bringen, scheint Kertbeny nicht erfüllt zu haben. – Später begegnen wir einer Stephanie Wohl mit folgenden schöngeistigen Arbeiten in ungarischer Sprache: „Regekönyve“ d. i. Märchenbuch (Pesth 1865, Osterlamm, 8°.); – „Egy szerelem életrajza“, d. i. Biographie einer Liebe, Roman (Budapesth 1883, Révai, 8°.); – „Aranyfüst“, d. i. Goldener Rauch, Roman in 5 Büchern, 2 Bände (ebd. 1887); – „Eva“ (ebd. 1888, 8°.); dieses jüngst erschienene Werk der Schriftstellerin enthält die Erzählungen: „Der Automat“, „Similibus“, welche auch in französischer Uebersetzung die „Revue internationale“ brachte, und „Ewig – niemals wieder“, außerdem Gedichte, Skizzen und Aphorismen. Janka und Stephanie Wohl sind zwei verschiedene Damen. Um Näheres über dieselben zu erfahren, wendeten wir uns brieflich an Herrn Maurus Jókai; doch erwarten wir heute noch eine Antwort. Wie Kertbeny der Janka Wohl poetische Begabung von ungewöhnlicher Höhe zuschreibt; so ist auch Stephanie Wohl eine Schriftstellerin, welche sich der Anerkennung Arany’s erfreute. Die Märchen der Letzteren (Regekönyve), wenngleich sie unverkennbar das Vorbild in dem Dänen Andersen errathen lassen, sind doch durch und durch eigenartig und besitzen hohe Reize in Erfindung, Phantasie und Durchführung. Ein Gleiches gilt auch von ihren Romanen und Erzählungen.