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BLKÖ:Wirmsberger, Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wirostek, Eduard
Band: 57 (1889), ab Seite: 116. (Quelle)
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Wirmsberger, Ferdinand (Geschichtsforscher, geb. zu Wels in Oberösterreich 1819, gest. zu Linz am 19. Mai 1863). Der Sohn eines k. k. Regierungsbeamten, bezog er 1831 das k. k. Gymnasium zu Linz, wohin sein Vater mittlerweile versetzt worden war, machte daselbst die philosophischen Studien mit hervorragendem Erfolge, legte 1838 die Prüfung aus der Staatsrechnungswissenschaft und der Comptabilitätslehre ab und trat noch in demselben Jahre als Practicant in die ständische Buchhaltung ein. Er wurde 1842 Accessist, 1846 Ingrossist und starb als solcher, erst 32 Jahre alt, nachdem er sich [117] im Jänner 1862 zum zweiten Male verheiratet hatte. Zwei Söhne aus erster Ehe fanden den Tod in Ausübung ihrer Militärpflicht während des bosnischen Feldzuges, der einzige Sohn aus zweiter Ehe war um die Mitte der Achtziger-Jahre k. k. Postbeamter in Steyr. Ferdinand Wirmsberger, ein ebenso pflichttreuer Beamter, als unermüdlich fleißiger und tüchtiger Arbeiter auf dem Gebiete der heimatlichen Geschichte, gab folgende selbständige Werke heraus: „Aistersheim und seine Besitzer. In urkundlich begründeter Vorstellung“ (Wels 1859); – „Beiträge zur Genealogie der Dynasten von Volkersforf, Blut- und Bannrichter in Oesterreich“, mit Porträt und Siegeltafel (ebd. 1863); – „Regesten aus dem Archive zu Freistadt in Oberösterreich“ (Wien 1864), ferner: „Die Belagerung und Eroberung von Freistadt 1626. Ein Beitrag zur Geschichte des oberösterreichischen Bauernkrieges“, im XVI. Jahresberichte des Museums Francisco-Carolinum, Bd. XI der Beiträge 1856; – zu Dr. Müller’s „Topographischer Erklärung über Asctuna“ (Eschenau) mit Beilage: „Unterthanen des Stiftes S. Nicola bei Passau im Lande Oesterreich ob der Enns c. 1788“ im „Notizenblatt der kaiserl. Akademie der Wissenschaften“ Bd. II, 1852, Nr. 5; – „Freiheiten und Rechte der Märkte Sarmingstein, Struden und des Gerichtes zu Hirschau“ ebenda Bd. IX, 1859, Nr. 15, 16, 17; – „Beiträge zur Genealogie der Dynasten von Tannberg“, mit 1 Tafel und 3 Beilagen in den „Sitzungsber. der kaiserl. Akademie der Wissensch. phil. hist. Classe“ Bd. XXVIII, S. 3 und Separatabdruck (Wien 1860, gr. 8°.). Eine sehr verdienstliche Thätigkeit entwickelte Wirmsberger durch die Verfassung von Regesten zu den gegen 10.000 Nummern umfassenden Originalurkunden und Urkundenabschriften des Museum Francisco-Carolinum 1863, ferner durch die Anlegung eines Realindex zu den Werken des bekannten Geschichtsschreibers Franz Kurz, Chorherrn des Stiftes St. Florian, welche werthvolle Arbeit im Museum als druckfertiges Manuscript aufbewahrt wird, um seinerzeit der Veröffentlichung zugeführt zu werden.

Kaiser (J. M., Maler und Custos). Das oberösterreichische Museum Francisco-Carolinum in Linz (Linz 1873, J. Wimmer, 8°.) S. 54 und 55.