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BLKÖ:Winckelhofer von Winckelsburg, Matthias

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 264. (Quelle)
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Winckelhofer v. Winckelsburg, Matthias (Oberstlieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Mittelbach im Zweibrücken’schen in Bayern 1709, gest. in Peterwardein am 18. März 1799). Wir finden diesen tapferen Stuckhauptmann auch Winkelhofer und Winklhofer geschrieben. Er widmete sich anfänglich dem Handwerke und trat als Büchsenmeister in die k. k. Artillerie. Nach Hirtenfeld’s Werke über die Theresien-Ritter wäre dies am 1. Jänner 1720 geschehen. Da Winckelhofer 1709 geboren, so wäre er mit 12 Jahren bereits Büchsenmeister gewesen, was unbedingt nicht der Fall war. Wahrscheinlich, soll es heißen 1740, indem er 1746 schon Unterlieutenant, am 1. März 1758 aber wirklicher Stuckhauptmann wurde. Im siebenjährigen Kriege (1756–1763) leistete er vielfältige und sehr ersprießliche Dienste, so daß er in Anerkennung derselben 1761 den Adelstand mit dem Prädicate von Winckelsburg erhielt. 1762 kam er zur Besatzung in Schweidnitz, in welcher Festung er während der Belagerung derselben durch Friedrich II. (8. August bis 9. October genannten Jahres) die Direction der Artillerieabtheilung führte. In dieser Anstellung aber zeichnete er sich ebenso als tapferer wie als höchst umsichtiger Officier aus. Infolge der während der Belagerung ausgestandenen Strapazen und der nach dem Falle der Festung erduldeten Kriegsgefangenschaft verfiel er in eine lange und schwere Krankheit, und erst nach seiner Genesung konnte er seine während der Belagerung geleisteten Dienste, welche Feldmarschall-Lieutenant Guasco in ehrenvollster Weise bestätigte, zur Geltung bringen und seine Ansprüche auf den nur wenige Jahre vorher, 1757, gestifteten Maria Theresien-Orden erheben, der ihm auch in der neunten Promotion (vom 21. November 1763) verliehen wurde. Nach dem Abschluß des Hubertsburger Friedens (15. Februar 1763) wurde er als Zeuglieutenant dem Garnisons-Artilleriedistricte in Peterwardein beigegeben. Dort rückte er 1772 zum Oberstlieutenant vor, welche Stellung er noch 27 Jahre bekleidete, bis er im Alter von 90 Jahren nach 72jähriger Dienstleistung als einer der ältesten Veteranen der kaiserlichen Armee aus dem Leben schied.

Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaska, Lex. 8°.) Bd. II, S. 356, Jahr 1762.