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BLKÖ:Wibiral, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wibmer, Jacob
Band: 55 (1887), ab Seite: 214. (Quelle)
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Wibiral, Franz (Kunstforscher, Zeitgenoß). Er dürfte um die Mitte der Vierziger-Jahre in Wien geboren sein. Sein Name verräth čechische Abkunft. Nach beendeten Vorbereitungsstudien erwählte er zum Lebensberufe die juridische Laufbahn, vollendete die Rechte an [215] der Wiener Hochschule und wurde nach abgelegter Prüfung Advocat in Wien, wo er mit seinem Berufe auch die Pflege von Kunstinteressen verband: denn er war Mitglied des Curatoriums der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, welche vielversprechend ihre Wirksamkeit begonnen hatte. Nachdem er einige Jahre die Advocatur ausgeübt, legte er dieselbe nieder und zog sich nach Meran zurück, wo er sich noch befinden soll. Für dieses Lexikon besitzt er Interesse durch das Werk, welches er unter dem Titel: „L’Iconographie d’Antoine van Dyck d’apres les recherches de H. Weber“ (Leipzig 1877, Danz, 8°.) herausgegeben hat. Die eigentliche Bedeutung seiner Arbeit ruht auf der bereits von H. Weber versuchten Verwerthung der Wasserzeichen der Papierqualitäten, auf welchen die Stiche der Ikonographie (eine Sammlung aller Bildnisse Van Dyck’s) gedruckt wurden, zur Bestimmung der Reihenfolge der Etats, wie man die Folge von Blättern eines Stechers oder Radirers zu nennen pflegt, welche die verschiedenen von dem Künstler nach den Probedrucken vorgenommenen Veränderungen einer Platte nachweisen. So z. B. zählt Ostade’s Radirwerk 51 Blätter, aber bisher 230 Abdrucksgattungen. Also die Zahl der Abdrucksgattungen eines Stiches bildet den Etat. Das Resultat der mühevollen Untersuchung blieb jedoch ein ziemlich geringes, ja imaginäres, da nur die Titelauflagen der Ikonographie, nicht aber die Druckauflagen zu controliren sind. Eine eingehende Würdigung und Kritik des Werkes findet sich im dritten Bande (S. 96) des bei Spemann in Stuttgart erscheinenden Repertoriums: „Fr. Wibiral, l’Iconographie d’Antoine van Dyck von Alfred von Wurzbach.