Zum Inhalt springen

BLKÖ:Weselý, Johann (Erzieher)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 50 (1884), ab Seite: 186. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Weselý in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Weselý, Johann (Erzieher)|50|186|}}

12. Johann Weselý (geb. zu Unhost im böhmischen Kreise Rakownitz am 22. December 1793, Todesjahr unbekannt). Im Alter von eilf Jahren kam er auf die Teynschule in Prag und schon im folgenden Jahre 1805 auf das Gymnasium in der Altstadt daselbst. Nachdem er die philosophischen und theologischen Studien in Prag beendet hatte, empfing er am 15. August 1817 die Priesterweihe. Aber noch vor erlangtem Priesterthume war ihm in demselben Jahre die Erziehung der Söhne des Grafen Christoph Cavriani, welcher bei Erzherzog Karl als Adjutant gedient hatte und auf seiner Herrschaft Horna Cerekwa im Taborer Kreise wohnte, übertragen worden. Um diesem Rufe folgen zu können, trat er aus der Prager Diöcese, welcher er angehörte, in die Budweiser über. Während er seinem Erzieheramte oblag, half er auf der Herrschaft des Grafen auch in der Seelsorge aus. Hierauf erhielt er die Localie in Stralow Hostic, wurde aber zugleich als Erzieher zu den Söhnen des Grafen Joseph von Pergen, der mit Therese geborenen Gräfin Cavriani vermält war, berufen. Mit der Familie seiner Zöglinge ging er nach Wien. Dort ertheilte er überdies dem Fürsten Karl Paar und dem Fürsten Rudolph Liechtenstein, welch Letzterer im Jahre 1848 vor Mailand den Heldentod fand, Unterricht im Čechischen und der Gräfin Mathilde Pace in der Religion. 1828 trat er schließlich in die Königgrätzer Diöcese über und wurde Pfarrer zu Soutic im [187] Časlauer Kreise. Zuletzt erhielt er die Pfarre zu Turrach in Obersteiermark. Im Druck erschien von ihm: „Modlicí knížka. Bůh má jediná nadéja a mé jediné autočiště“, d. i. Gebetbuch. Gott meine einzige Hoffnung und meine einzige Zuversicht (Wien 1826, Hackul, mit 2 Bild., 16°.) und „Wysvetlení katolilko-církewních obyčejůw a slawností celeročnych teži k nim přináležejícího oděwu a nářadí“, d. i. Erklärung der katholischen Kirchenbräuche und Feiertage des ganzen Jahres u. s. w. (Prag 1840, 8°.). [Jungmann (Jos.). Historie literatury české, d. i. Geschichte der čechischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.). Zweite von W. W. Tomek besorgte Auflage, S. 650.] –