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BLKÖ:Welser von Welsersheimb, Otto Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wellner, G.
Band: 54 (1886), ab Seite: 232. (Quelle)
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Welser von Welsersheimb, Otto Graf (k. k. Generalmajor, geb. zu Gratz am 4., nach Anderen am 12. October 1822, verunglückt im Caldonazzersee bei Trient am 8. März 1871). Der Sproß eines alten berühmten, durch die Ahnfrau Philippine dem ah. Kaiserhause nahe stehenden Geschlechtes, über welches die Quellen [S. 233] berichten. Ein Sohn des Grafen Leopold Caspar Vincenz aus dessen Ehe mit Antonie Gräfin Szapáry, trat er im October 1832 zur militärischen Ausbildung in die Wiener-Neustädter Akademie, aus welcher er Anfangs September 1839 als Lieutenant minderer Gebühr zu Prohaska-Infanterie Nr. 7 eingetheilt wurde. Im Regimente rückte er im Juni 1845 zum Lieutenant höherer Gebühr vor. Im November des folgenden Jahres kam er als Oberlieutenant zu Hessen-Homburg-Infanterie Nr. 19, wo er im Mai 1849 Hauptmann zweiter Classe, im Februar 18531 Hauptmann erster Classe wurde. Im Mai 1852 als solcher zu Culoz-Infanterie Nr. 31 übersetzt, ward er am 3. Mai 1857 Major bei Erzherzog Rainer-Infanterie Nr. 59, am 27. December 1859 Oberstlieutenant bei Erzherzog Heinrich-Infanterie Nr. 62, am 18. August 1860 Oberst bei Kaiser Alexander von Rußland-Infanterie Nr. 2. Am 11. September 1866 erhielt er als disponibel gewordener Brigadier das Commando des Infanterie-Regiments Baron Steininger Nr. 68, am 9. November 1867 wurde er Generalmajor und Brigadier bei der 8. Truppendivision mit der Station Trient, die dem jungen, noch nicht fünfzigjährigen General so verhängnißvoll werden sollte. Während seiner mehr als dreißigjährigen Dienstzeit – von 1839 bis 1871 – hat Graf Welsersheimb die Feldzüge 1848, 1849, 1859, 1866, und zwar letzteren als Brigadier im 7. Armeecorps in Italien, mitgemacht und sich immer durch echten Soldatenmuth, der mit wahrer Todesverachtung den größten Gefahren entgegenging, ausgezeichnet. Im Treffen bei Montebello am 20. Mai 1859 that er sich, damals Major bei Erzherzog Rainer-Infanterie, in Führung seines Bataillons durch besondere Bravour hervor; im Gefechte der Division Urban bei Castenedolo am 15. Juni dieses Jahres trug er durch seine ohne Befehl mit dem 3. Bataillon gegen Ciliverghe ausgeführte Flankenbewegung wesentlich zum günstigen Ausgange des Gefechtes bei und erhielt dafür den Orden der eisernen Krone dritter Classe. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Solferino am 24. Juni 1859, in welcher das vereinigte Regiment unter seinem Commandanten Obersten Schröder mit oft bewährter Bravour focht, erkämpfte er sich das Militär-Verdienstkreuz und für Auszeichnung im Feldzuge 1866 den Orden der eisernen Krone zweiter Classe. Als der Graf seine Brigade übernahm, führte er in den Bergen des südlichen Tirol die gewagtesten Partien aus, bei denen er als ungemein gewandter Bergsteiger Unglaubliches leistete. In den ersten Tagen des Monats März 1871 war er, von Levico kommend, auf dem Wege nach Trient begriffen. Um den Weg abzuschneiden, beschloß er, mit seinen Begleitern, seinem Adjutanten Oberlieutenant Radlitzka und dem Genie-Oberlieutenant Ritter von Ettmeyer, über den noch zugefrorenen See von Caldonazzo zu gehen. [233] Bald brach Letztgenannter ein, der nun jeden weiteren Versuch aufgab und sich lieber für den Umweg um den See entschied. Der General aber und sein Adjutant, versuchten es dennoch weiter, aber auch Letzterer brach ein, und der General, der ihm helfen wollte, mit ihm. Oberlieutenant Ettmeyer eilte sofort zur nächsten Ortschaft, um Hilfe zu bringen, und schickte auch nach Porgine um Militär. Doch alle Hilfe kam zu spät; der Adjutant war bald untergesunken, während General Welsersheimb sich beinahe eine Stunde über Eis erhielt. Gerade als das Militär aus Porgine anlangte, sank auch er unter. Die Leichen Beider fand man erst am nächsten Tage auf, und die des Generals wurde nach Gratz gebracht.

Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1871, Nr. 70. – Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1871, Nr. 31, vom 13. März 1871. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaska, gr. 8°.) Bd. I, S. 417, Jahr 1859; S. 422, Jahr 1859; S. 462, Jahr 1866.