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BLKÖ:Weingartner, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 54 (1886), ab Seite: 37. (Quelle)
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Weingartner, Johann (Geschichtsforscher, geb. zu Gmunden im Traunkreise Oberösterreichs 1784, gest. zu Wartberg am 8. Juni 1843). Von 1796 bis 1803 besuchte er das Gymnasium zu Kremsmünster, machte daselbst auch die philosophischen Jahrgänge durch und studirte dann im bischöflichen Alumnate zu Linz Theologie, Katechetik und und Pädagogik. Am 8. September 1807 zum Priester geweiht, kam er zunächst als Cooperator nach Atzbach, 1809 nach Leonding bei Linz und 1811 an die Stadtpfarre zu Enns, wo er sich während der 1813 herrschenden Epidemie so hervorthat, daß ihm von seinen geistlichen Oberen eine besondere Anerkennung zutheil wurde. 1814 als Supplent der Kirchengeschichte nach Linz berufen, ward er daselbst 1816 Professor der Pastoraltheologie, 1819 Professor des Kirchenrechtes. 1823 verlor er wegen eines der k. k. Censur vorgelegten Manuscriptes, welches dieselbe beanständete, sein Lehramt und lebte nun ein Jahr lang in peinlicher Unthätigkeit. Er kam 1824 um die erledigte gräflich Starhemberg’sche Patronatspfarre Wartberg bei Schloßhaus im unteren Mühlviertel ein und erhielt dieselbe am 15. Jänner 1825. [38] Im Jahre 1835 wurde er daselbst Dechant und Schuldistrictsaufseher, in welcher Stellung er im Alter von 59 Jahren starb. Er schrieb: „Ueberblick der Bekehrung Europas oder kurze Geschichte der Einführung des Christenthums bei den europäischen Völkern vom 1. bis ins 14. Jahrhundert“ (Linz 1824, acad. Buchhandlung, 8°.), ferner außer einigen theologischen Abhandlungen auch mehrere Aufsätze für das oberösterreichische Musealblatt, welche in demselben 1840 und 1841 erschienen, und zwar: „Ueber die Zunahme der Landescultur in Oberösterreich“ (1840, Nr. 1 und 3); – „Christoph von Haim, Herr zu Reichenstein, in der Sage; nebst lithogr. Beilage Nr. 1“ (1840, Nr. 5, 6 und 7); – „Aus der Chronik von Baumgartenberg“ (1841, Nr. 35 und 36) und „Bilder aus dem Kammergute Oberösterreichs“ (1841, Nr. 30 und 31). Weingarten war eine in den weitesten Kreisen geachtete und beliebte Persönlichkeit, ein würdiger Priester im Josephinischen Geiste, welche Sorte, wenn nicht schon ausgestorben, doch im Aussterben begriffen ist.