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BLKÖ:Webern zu Treuenhausen und Postfelden, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Webers, Theodore
Band: 53 (1886), ab Seite: 225. (Quelle)
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Webern zu Treuenhausen und Postfelden, Joseph (Tiroler Landesvertheidiger, geb. zu Fleims bei Cavalese in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, Todesjahr unbekannt). Ueber den Adel des in Rede Stehenden blieben alle meine Nachforschungen vergeblich. Er trat 1771 in die k. k. Armee und diente in derselben bis 1789. Um 1790 kam er nach Auer, einer ansehnlichen Gemeinde an der Straße nach Bozen im Landgerichtsbezirke Neumarkt, und lebte daselbst bis 1796 bei seinem geistlichen Vetter Joseph Kaspar von Feldenreich in stiller Zurückgezogenheit. Aus derselben rissen ihn die kriegerischen Wirren des letztgenannten Jahres, da Tirol und die Lombardei von den Franzosen bedroht wurden. Er zog am 4. August mit dem k. k. Militär und den Landesvertheidigern nach Ala und Verona, kehrte aber am 15. September wieder heim, da der Kriegslärm verstummte. Als aber derselbe bald darauf nur drohender erscholl, eilte Webern am 12. October aus eigenem Antriebe dahin, und zwar gegen Salurn und Wälschmichael bis an die äußersten Grenzen Tirols. General Vukassovich [Bd. LII, S. 22], der damals in jenen Gegenden befehligte, berichtet über Webern: „daß sich derselbe am 5. November 1796 in voller Ausrüstung ihm vorgestellt und seine Dienste gegen den Feind angeboten habe. Ich habe, schreibt der General, dieselben auch angenommen, und Webern hat die ihm gegebenen [226] Aufträge mit lobenswürdigem Eifer befolgt, über die Gegend und die Verhältnisse gründliche Auskunft gegeben, was zur Beförderung des allerhöchsten Dienstes, namentlich bei dem am 6. und 7. November bei Capliano vorgefallenen heftigen Gefechte von Nutzen gewesen“. Wie von Anderen bestätigt wird, traf Webern mit seinem Stutzen manchen Franzosen. Mit Ende December g. J. kehrte er wieder nach Auer zurück. Im August 1802 suchte die Gemeinde Cavalese für ihn um eine Officierstelle bei der Landmiliz-Compagnie von Fleims an. Ob er sie erhalten und wie lange er gelebt, ist uns nicht bekannt.

Tiroler Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) Redigirt von Dr. Schönherr. VI. Jahrgang, 18. April 1851, Nr. 31: „Galerie denkwürdiger Landesvertheidiger von Wälschtirol. IX“.