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BLKÖ:Weber von Ebenhof, Wenzel Ritter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 53 (1886), ab Seite: 219. (Quelle)
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38. Weber von Ebenhof, Wenzel Ritter (Staatsbeamter, geb. zu Eben, Bezirk Schüttenhofen im Böhmerwalde am 25. September 1781, gest. zu Prag am 21. Februar 1865). Derselbe ist der Sohn eines Freisassen, welcher Stand der Bevölkerung bekanntlich im Böhmerwalde eine Ausnahmsstellung einnimmt und sowohl in Bezug auf Wohlhabenheit als auch durch sein Streben nach höherer Bildung vor den übrigen Bewohnern jener wildromantischen Gegenden sich auszeichnet. Von seinem Vater für das Studium der Rechtswissenschaften bestimmt, bezog Wenzel, nachdem er die ersten Grundlagen zu seiner Bildung im Heimatsorte [220] selbst gelegt hatte, das Gymnasium in Budweis, und mit dem Zeugniß der Reife ging er nach Prag, wo er den philosophischen und rechtswissenschaftlichen Studien an der Hochschule oblag. Im denkwürdigen Jahre 1809 trat er als Gubernial-Conceptspracticant in den Staatsdienst ein, und bald darauf nahm er mittelbar Theil an den Feldzügen gegen Napoleon I., indem er den der kaiserlichen Armee zugewiesenen Armeelandescommissär Baron Erben in der oben erwähnten Eigenschaft begleitete. Nach Beendigung der Feldzüge kehrte er auf seine Stelle in Prag zurück, diente dann als Gubernialconcipist, Kreiscommissär und Gubernialsecretär, bis er 1832 zum Gubernialrath und Kreishauptmann in Chrudím ernannt wurde. Auf diesem Posten blieb er bis zu seiner 1849 nach 40jähriger Dienstleistung erfolgten Jubilirung. In die Zeit seiner Amtswirksamkeit als Kreishauptmann fallen seine besonderen Verdienste um den seiner Oberleitung anvertrauten Landestheil, welche in einer erfolgreichen Förderung des kunstmäßigen Straßenbaues, in Regelung des Armenwesens, Hebung der Schulanstalten, vornehmlich des Volksunterrichts, in der Regulirung und Vermehrung des Gemeindevermögens der Städte und Märkte und aller gemeinnützigen Anstalten bestehen. So bewerkstelligte er durch ebenso umsichtige als ununterbrochene Thätigkeit die Herstellung von kunstmäßigen Straßen in einer Ausdehnung von 103 Meilen, welche bei dem durch die Eisenbahnen in den Hauptstrecken sich steigernden Verkehre den Handel und Wandel nach dem Innern ungemein fördern und erleichtern; führte den Bau von 35 neuen Schulgebäuden aus, erweiterte eine namhafte Zahl von Schulen, errichtete 17 neue Schulstationen und sorgte in den Bewegungsjahren 1848 und 1849 mit ebenso viel Umsicht als Energie für die Aufrechthaltung der damals allenthalben bedrohten Ordnung. Vorerwähnte öffentliche Thätigkeit Weber’s umfaßte nahezu ein halbes Jahrhundert, und diese seinem engeren Vaterlande und dem Monarchen nützliche Dienstleistung in den mannigfaltigen amtlichen Stellungen, welche er bekleidete, wurden von Letzterem durch Verleihung des Ritterkreuzes des Leopoldordens und Erhebung in den österreichischen Ritterstand mit dem Prädicate von Ebenhof gewürdigt. Weber war überdies Gymnasialdirector[WS 1] in Leitomischl, Mitglied mehrerer humanistischer und gemeinnütziger Vereine und Ehrenbürger der Kreisstadt Chrudím und der Stadt Policka. Er segnete unverehelicht im Alter von 84 Jahren das Zeitliche. Mit kaiserlicher Genehmigung hatte er des vor ihm verstorbenen Bruders Jacob Söhne: Philipp [siehe die besondere Biographie S. 214], Ferdinand, Professor und Primararzt in Lemberg, Ernst und Moriz adoptirt, und wann der Ritterstand auf dieselben übertragen und von zweien derselben die Freiherrenwürde in das Haus Weber gebracht worden, ist aus der Genealogie bei dem biographischen Artikel Philipps Freiherrn von Weber S. 215 ersichtlich.

Wiener (amtliche) Zeitung, 1865, Nr. 45, S. 592. – Bohemia (Prager polit. und belletr. Blatt, 4°.) 1865, Nr. 4, S. 550: „Nekrolog“. – Dieselbe, Nr. 47, S. 562.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gymnsialdirector.