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BLKÖ:Warkotsch, Freiherren von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Warkotsch, Georg
Band: 53 (1886), ab Seite: 87. (Quelle)
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Zur Genealogie der Freiherren von Warkotsch. Die Warkotsch, welche man auch Warkotzsch, Varkocz, Varkuch und Warkosch geschrieben findet, sind eine ursprünglich magyarische Familie, welche aus Ungarn nach Schlesien übersiedelte, wo sie zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts auftreten und urkundlich ein Nicolaus Warkotsch von Nobschütz im Ratibor’schen 1503 als Beisitzer des von Herzog Karl I. zu Frankenstein gehaltenen Ritterrechtes erscheint. Die Familie theilte sich bald in viele Zweige, so gab es, außer den Warkotsch zu Nobschütz, deren zu Langenheunersdorf im Glogau’schen, [88] zu Silbitz und Wilmsdorf im Brieg’schen, zu Rennersdorf, Schwesterwitz, Meydorf im Münsterberg’schen, zu Granau, Neudorf im Oppeln’schen, zu Klein-Schönbrunn bei Militzsch, zu Schönbrunn bei Strehlen. Zu diesen letzteren gehörte Heinrich Gottlob, von dem der obige Artikel handelt und über den das „Genealogische Taschenbuch der freiherrlichen Häuser“ 1853, S. 524 wörtlich schreibt: „er diente bis 1756 als Hauptmann in der österreichischen Armee und war lutherischen Glaubens. Er übernahm die Güter seines verstorbenen Bruders, nämlich Schönbrunn, Ober- und Nieder-Rosen, zog sich aber durch seine Treue gegen das österreichische Kaiserhaus 1761 den Verlust seiner Besitzungen zu und starb zu Raab in Ungarn“. Nun. wir wollen mit dieser glimpflichen Auffassung nicht rechten; es ist ja möglich, daß, wenn es dem Baron gelungen wäre, sich des preußischen Störenfrieds zu bemächtigen, im österreichischen Lager ein Hosiannah gesungen worden wäre, denn man war ja dem Annectirer Schlesiens nicht eben grün; da aber der Anschlag fehlschlug, mußte der Baron die Folgen tragen und den Lohn für sein unter allen Umständen zweideutiges und verwerfliches Verhalten hinnehmen. Uebrigens war bei seinem Verhalten nichts weniger denn Patriotismus im Spiele, vielmehr Rachsucht: daß es ihm unter Friedrichs II. Regierung nicht mehr gestattet war, seine Bauern zu schinden wie vordem. Baron Heinrich Gottlob hatte von seiner Gattin, einer geborenen Freiin Hösser zu Löwenstein, keine Nachkommenschaft, und mit ihm erlosch die Linie der Warkotsch auf Schönbrunn, welche überdies durch den Ausspruch des Breslauer Kammergerichts um Adel und Besitz gekommen. – Ein anderer Zweig dieser Familie blüht noch in Ungarn, und gibt es von diesem mehrere denkwürdige Sprossen zu verzeichnen.