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BLKÖ:Waldstein, Emanuel Ernst Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 52 (1885), ab Seite: 230. (Quelle)
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Waldstein, Emanuel Ernst Graf (Bischof von Leitmeritz, geb. in Prag, 17. Juli 1716, gest. zu Leitmeritz, 7. December 1789), von der Arnauer Linie. Ein Sohn des Grafen Johann Anton Joachim aus dessen Ehe mit Johanna Katharina geborenen Gräfin Waldstein, widmete er sich dem priesterlichen Berufe und wurde 1743 infulirter Propst zu Neuhaus, im September 1746 Domherr in Prag, 1756 Weihbischof und Bischof von Amyclea in partibus, 1757 Propst, 1759 Dechant zu Altbunzlau. Am 12. Juni 1759 zum Bischof von Leitmeritz ernannt, ward er am 28. Jänner 1760 confirmirt, am 29. März 1760 inthronisirt und starb, nachdem er nahezu 3 Decennien die bischöfliche Würde bekleidet hatte, im Alter von 73 Jahren. Adauct Voigt in seinem Werke „Acta litteraria Bohemiae et Moraviae“ nennt ihn „summus hodie in Bohemia litterarum virorumque doctorum fautor et Maecenas“. Mit vielem Fleiße hatte der Prälat eine sehr kostbare Sammlung von Münzen vorzüglich im böhmischen Fache zu Stande gebracht und veranlaßte auch den erwähnten Piaristen Ad. Voigt zur Herausgabe des ersten Werkes über böhmische Münzen unter dem Titel: „Beschreibung der bisher bekannten böhmischen Münzen“ (Prag 1771). Eine reiche und kostbare Bibliothek, welche der Bischof Waldstein, ein großer Freund und Förderer der Wissenschaften, selbst angelegt hatte, vermachte er dem Leitmeritzer Bisthum.

Frind (Anton). Die Geschichte der Bischöfe und Erzbischöfe von Prag (Prag 1873, 8°.) S. 305 und 313. – Dem ersten Bande von Ignaz Edlen von Born’s „Abhandlungen einer Privatgesellschaft in Böhmen zur Aufnahme der vaterländischen Geschichte und der Naturgeschichte (1775) ist das nach Joseph Hickel’s Oelbild von Clemens Kohl gezeichnete und gestochene Bildniß dieses Kirchenfürsten vorangestellt. Ueberdies hat auch Quirin Mark das Bildniß des Bischofs (12°.) gestochen.