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BLKÖ:Waldauf Ritter von Waldenstein, Florian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 52 (1885), ab Seite: 163. (Quelle)
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Besonders denkwürdig ist der Tiroler

Florian Waldauf Ritter von Waldenstein (geb. zu Asch im tirolischen Pusterthale 1440, gest. zu Rettenberg im Unterinnthale 1. Jänner 1540). Derselbe war der Sohn der Bauersleute Georg Waldauf und Nothburga geborenen Wieser. Ein zwölfjähriger Knabe sah er sich durch kecke Streiche gezwungen, aus der Heimat zu fliehen. Hungernd und weinend ward er in Sterzing von einem Fremden angetroffen, welcher sich des Knaben erbarmte und ihn mit nach Wien nahm. Dort erwarb sich Florian bald die Gunst eines reichen Mannes, und von diesem an Kindesstatt angenommen, widmete er sich den Studien, wurde Soldat und sammelte sich große Verdienste im Kriege und im Frieden. Nachdem er alle militärischen Grade bis zum General erstiegen hatte, verlieh ihm Kaiser Max I. die geheime Rathswürde und den Ritteradel mit dem Prädicate von Waldenstein. Letzterer wurde auch auf den Vater und alle Nachkommen Florian Waldauf’s ausgedehnt, welcher vom Kaiser auch die Herrschaft Rettenberg in der Eigenschaft eines Pfandes erhielt. Auf ihr beschloß des Kaisers Günstling, reich an Ehren und Würden, im Alter von 79[WS 1] Jahren sein Leben. An der Kirchhofmauer der Filiale von Asch sieht man noch einen großen Marmorstein mit dem Waldauf’schen Wappen und mit der altgothischen Inschrift: „Anno domini 1491 den Sonntag nach St. Clementstag, als den 24. November ist gestorben Georg Waldauf von Waldenstein“. Diese Erinnerung gilt wahrscheinlich dem Vater des Ritters Florian. „Außer diesem hat übrigens kein Sprosse des Geschlechtes Waldauf ungeachtet der Adelung dem Bauernstande entsagt“, so schreibt Staffler, was doch nicht ganz richtig ist, da obgedachter Salzabgeber Franz Waldauf von Waldenstein ohne Zweifel diesem Geschlechts angehört. In der Pfarrkirche der Salinenstadt Hall in Tirol befindet sich die reichbegabte Capelle des Ritters Florian von Waldauf, welcher dieselbe, in Folge eines Gelübdes für seine Rettung aus Sturmgefahr in offener See, erbaute und auch mit Stiftungen und zwei Caplanstellen dotirte. Die Einweihung der Capelle fand am 19. März 1500 statt, und das Capital der Stiftung erhob sich durch Ersparnisse und neue Stiftungen zur ansehnlichen Summe von 80 000 fl. Kaiser Maximilian I., welcher die Capelle besuchte, stellte sie unter den besonderen Schutz von zwölf auserlesenen Bischöfen, Aebten und andern Landständen und erwarb ihr bei den Päpsten [164] Alexander VI. und Julius II. besondere Gnaden. [Bote für Tirol und Vorarlberg[WS 2] 1858, Nr. 68–71: „Ritter Florian Waldauf von Waldenstein und die h. Capelle zu Hall. Von G. Tinkhauser“. – Derselbe Nr. 151 und 172. „Von Ludwig Rapp“. – Staffler (Johann Jacob). Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch u. s. w. (Innsbruck 1847, Rauch, 8°.) Bd. I, S. 568; Bd. II, S. 248].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Stimmt mit den angegebenen Lebensdaten nicht überein.
  2. Vorlage: Voralberg.