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BLKÖ:Wagner, Franz (Zithervirtuos)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wagner, Franz
Band: 52 (1885), ab Seite: 96. (Quelle)
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14. Wagner, Franz (Zithervirtuos und Componist, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt). Er dürfte wohl in Wien, und zwar nach der uns vorliegenden Lithographie von Ig. Eigner aus dem Jahre 1876, um 1850 geboren sein, frühzeitig bildete er sich im Zitherspiele aus, so daß er sich schon in seinem 17. Jahre im Septett von Jos. Strauß bei Aufführung der „Naßwalderin“ im Wiener Cursalon bemerkbar machte und in mehreren geselligen Vereinen concertirte. Gleichzeitig trat er auch als Componist in Paschinger’s „Zither-Journal“ auf, widmete sich aber später mehr der Tanzmusik, und wurden seine Compositionen in diesem Fache 1874 aufgeführt. 1875 erschienen bei Ludewig und Schmidt seine Compositionen für das Clavier in einer Sammlung und erfreuten sich bald so großer Beliebtheit, daß sie ins Repertoire der bedeutenderen Musikcapellen Wiens aufgenommen wurden. Mehrere seiner Claviercompositionen sind auch in C. M. Ziehrer’s „Deutscher Musik-Zeitung“ abgedruckt. Ende der Siebenziger-Jahre verband sich Wagner mit den beiden Zitherspielern A. R. Lerche und Joseph Riener zu einem Zithertrio und bereiste in Gemeinschaft mit ihnen die Kronländer der österreichisch-ungarischen Monarchie, Italien, Serbien u. s. w, überall Concerte mit bestem Erfolge gebend. Wie wir schon in der Biographie des Karl J. F. Umlauf [Bd. XLIX, S. 24] berichteten, wurde die in Almhütten und in der Bauernstube beliebte Zither anfänglich salon-, später sogar concertfähig, und so veranstaltete auch das vorerwähnte Wiener Zithertrio Lerche-Riener-Wagner Zitherconcerte, und zwar in dem durch classische Musik geheiligten Saal Bösendorfer, in welchem Wagner speciell die Elegiezither spielt.

C. M. Ziehrer’s Deutsche Musik-Zeitung (Wien, gr. 4°.) III. Jahrg., 1. April 1876, Nr. 14.
Porträt. Unterschrift: „Wiener Zithertrio. Lerche. Riener. Wagner“. Ign. Eigner (gez.), Angerer und Göschl ch(emitypirt).