Zum Inhalt springen

BLKÖ:Vodička (Vodňanský von Radkov), Wenzel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Vodnařík, Eduard
Band: 51 (1885), ab Seite: 127. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Wenzel Vodička in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Vodička (Vodňanský von Radkov), Wenzel|51|127|}}

10. Wenzel Vodička, auch Vodňansky von Radkov (geb. zu Žatec um 1522, gest. daselbst 1565). Ein jüngerer Bruder des Adam Vodička [S. 125, Nr. 1], besuchte er die Schulen seiner Heimat und studirte dann auf den Universitäten Basel und Wittenberg, wo er mit Luther, Melanchthon Siegmund Jelensky und anderen Gelehrten und Häuptern der Reformation bekannt wurde und sich in den ästhetischen, theologischen und politischen Wissenschaften ausbildete. In sein Vaterland zurückgekehrt, fungirte er längere Zeit als Verweser der Schule zu Žatec, welche damals zu den besten Lehranstalten in Böhmen zählte, und aus welcher bedeutende Gelehrte und Poeten hervorgingen. Er dichtete viele lateinische Lieder (cantilenae), die sein Freund Melanchthon mit einer werthvollen Vorrede einbegleitete, in welcher derselbe ausführlich über den Volksstamm der slavischen Heneter oder Wenden und über Siegmund Jelenský von Jelenich schreibt. Später legte Vodička sein Schulamt nieder und wurde Schreiber beim Stadtrath in Žatec, in welcher Eigenschaft er wegen seiner Gewandtheit, Tüchtigkeit, Erfahrung in den heimischen Gesetzen und Rechtsbräuchen eine ebenso nützliche als allgemein gewürdigte Thätigkeit entfaltete. In Folge dessen erhielt er zugleich mit seinem Bruder Adam den Adel mit dem Prädicate Radkov. Er starb 1565, ein Opfer der Pest, die zu jener Zeit das Land verwüstete, und sein Hingang wurde von seinen Mitbürgern allgemein beklagt und in Trauerliedern, so von Johann Rosinus und Petrus Codicillus, besungen.