Zum Inhalt springen

BLKÖ:Valentina, Sante della

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 49 (1884), ab Seite: 214. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Sante della Valentina in Wikidata
GND-Eintrag: 189639075, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Valentina, Sante della|49|214|}}

Valentina, Sante della (venetianischer gelehrter Priester, geb. zu Venedig im Jahre 1748, gest. ebenda am 28. Februar 1826). Er widmete sich dem geistlichen Stande und übte als Priester das Predigtamt mit großem Erfolge aus. Etwa ein Jahrzehnt wirkte er als Lehrer an Giuseppe Manzoni’s Knabeninstitute, welches lange Jahre hindurch eines ausgezeichneten Rufes sich erfreute. Auch bekleidete er in den Jahren, als Venedig unter Oesterreichs Herrschaft stand, die Stelle eines Caplans der St. Rochus-Bruderschaft und jene eines Rectors an deren gleichnamiger hinter ai Frari gelegener, besonders an Bildern Tintoretto’s reicher Kirche. Er war in den Stunden, welche ihm sein geistlicher Beruf übrig ließ, immer wissenschaftlich thätig und arbeitete sehr viel, wenn er auch im Ganzen wenig selbst drucken ließ, vielmehr Werke Anderer zum Drucke beförderte. Von seinen eigenen Arbeiten sind anzuführen: „Storia precisa del viaggio e della prigionia del Pontefice Pio VII“; – ferner eine italienische mit zahlreichen gelehrten Anmerkungen begleitete Uebersetzung der „Mémoires pour servir à l’histoire du Jacobinisme“ des Abbé Aug. Barruel, welche in 13 Bändchen bei Andreola in Venedig erschien; – zu den „Memorie Storiche sui Veneti primi e secondi“ von Jac. Filiasi, die 1811 in 3. Auflage in der Seminardruckerei zu Padua in sechs Bänden herauskamen, verfaßte er einen raisonnirenden Index, welcher für sich einen ganzen Band, den siebenten, bildet; – ebenso ließ er selbstständig drucken seine „Inscrizioni latine per le solenni esequie celebratesi nell’anno 1816 nella Chiesa di S. Rocco alla Imperadrice Maria Lodovica d’Austria“. Von den zahlreichen Handschriften, welche sich in seinem Nachlasse fanden und verschiedene Abhandlungen der heimischen Kirchen- und Profangeschichte enthalten, sei nur genannt: „Memorie dei Preti secolari alunni delle chiese Parochiali di Venezia che si distinsero in fatto di scienze e lettere nel secolo ХVIII“, wovon das Original in den Besitz des Cavaliere Cicogna gelangte, während eine Abschrift in der Bibliothek des Patriarchal-Seminars zu Venedig niedergelegt ist. Viele dieser handschriftlichen Arbeiten führte er aus eigenem Antriebe in rein wissenschaftlichem Interesse aus, mehrere dagegen entstanden in Folge der für Arbeiten anderer Gelehrten, wie für den Patriarchen Nicola Gamboni, für den [215] Bischof von Chioggia, später von Vincenza Giuseppe Maria Peruzzi, für Leop. Cicognara, Maria Petrettini, angestellten Nachforschungen. Auch sei bemerkt, daß er in der Bibliothek des Conte Francesco Calbo-Crotta, welche nach dessen Tode der erzbischöflichen Seminarbibliothek einverleibt wurde, die „Cronaca dell’Anonimo Altinate“ entdeckte, die für Forscher der venetianischen Geschichte von großer Wichtigkeit ist und später auch im „Archivio storico Italiano“ erschien. Noch sei zum Schlusse des Vorwortes gedacht, welches er dem Werke „Sulle monete dei Veneziani dal principio al fine della loro Repubblica“ (Venezia 1818, Picotti) voranschickte, und in welchem er tiefe Kenntnisse dieses Zweiges der Geschichte bekundet.

Dandolo (Girolamo). La Caduta della Repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’anni. Studj storici (Venezia 1855, Naratovich, 8°.) p. 291.