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BLKÖ:Vajda, Stibor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vajda, Victor
Band: 49 (1884), ab Seite: 208. (Quelle)
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2. Stibor Vajda, der berüchtigte Wojwode von Siebenbürgen, die furchtbare Geißel seiner Unterthanen zu Ende des vierzehnten und Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts. Die Geschichte seines grausenhaften Todes lebt in der Sage fort. Wegen seiner Verdienste im Kriege wurde er von König Sigmund mit Gütern und Würden überhäuft, dagegen überließ er sich seinen Unterthanen gegenüber haarsträubenden Grausamkeiten, und sein trauriges Andenken als Schrecken der Gegend hat sich in Lied und Sage erhalten. In dem durch Schweiß und Blut seiner Unterthanen auf unzugänglicher Felsspitze erbauten herrlichen Schlosse mit Thiergarten und Wasserkünsten – vom Volke das Narrenschloß (Bolondvár) genannt – lag er eines Tages in Trunkenheit vom Schlafe übermannt im Garten, als ihm eine Schlange die Augen ausbiß, worauf er in wildem Grimme in eben den Abgrund stürzte, in welchen er kurz vorher einen armen Greis hatte schleudern lassen, und welcher [209] schon zahlreiche Opfer der namenlosen Grausamkeit des Wojwoden aufgenommen. [Felső-Magyarországi Minérva, d. i. Oberungarische Minerva (Kaschau) 1834, S. 175: „Vajda Stibor“. Von Paul Németka. – Nefelejts, d. i. Vergißmeinnicht, Bd. III (1834): „Stibor Vajda“.] –