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BLKÖ:Uracca, Johann Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Unzelmann, Bertha
Band: 49 (1884), ab Seite: 113. (Quelle)
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Uracca, Johann Freiherr (k. k. Oberstlieutenant, geb. zu Klausenburg am 21. October 1746, gest. zu Theresienstadt in Böhmen am 17. November 1807). Am 30. November 1760 trat er zur militärischen Ausbildung in die Wiener-Neustädter Akademie, aus welcher er im Jänner 1767 als Fahnencadet zu Kolowrat-Infanterie Nr. 17 ausgemustert wurde. Mit seinem Regimente nahm er an dem bayrischen Erbfolgekriege (1778–79) und an den darauf folgenden Feldzügen gegen Frankreich rühmlichen Antheil. Bei der Belagerung der Festung Ancona (1709), in welcher der französische General Meunier sich lange standhaft gegen die vereinigten Oesterreicher und Russen hielt, that sich Uracca durch seine Tapferkeit [114] und Umsicht so rühmlich hervor, daß er in der Relation über diese Belagerung namentlich belobt wurde. Im Jahre 1800 ward er Oberstlieutenant, trat aber bald darauf als solcher in Pension und starb, 53 Jahre alt, zu Theresienstadt. – Joseph Freiherr von Uracca (geb. zu Schäßburg in Siebenbürgen am 2. September 1743, gest. zu Wien 3. October 1828), allem Anscheine nach der ältere Bruder des Vorigen, trat Ende Juli 1755 in die Wiener-Neustädter Militärakademie ein und wurde im April 1761 als Fähnrich zu Leopold Daun-Infanterie Nr. 59 ausgemustert. Im December 1763 kam er als Oberlieutenant zur deutschen Garde, am 1. Jänner 1767 in gleicher Eigenschaft zu Poniatowski-Infanterie Nr. 50 und 1769 zu Caprara-Infanterie Nr. 48, wo er im August 1775 Capitänlieutenant wurde. Im Jänner 1777 Hauptmann bei Hoch- und Deutschmeister-Infanterie Nr. 4, rückte er in diesem Regimente 1794 zum Major, 1797 zum Oberstlieutenant, 1800 zum Obersten vor. Am 28. September 1803 trat er als Generalmajor in den Ruhestand, den er noch 25 Jahre genoß, da er im Alter von 85 Jahren starb. – Noch erwähnen wir hier zwei Träger dieses Namens, welche auf den Blättern der österreichischen Kriegsgeschichte ehrenvoll verzeichnet stehen. Es sind dies zwei Freiherren Uracca des Taufnamens Joseph. Einer derselben diente 1843 als zweitältester Hauptmann bei Leiningen-Infanterie Nr. 31, der zweite, wohl dessen Sohn, daselbst zur gleichen Zeit als Regimentscadet. Joseph der Vater war 1848 bereits Oberstlieutenant im Regimente und erhielt für sein ausgezeichnetes Verhalten in den Feldzügen 1848 und 1849 in Ungarn und Siebenbürgen, wo das von ihm befehligte und nach ihm benannte Grenadier-Bataillon in Klausenburg großer Beliebtheit sich erfreute, das Ritterkreuz des Leopoldordens. Bald darauf trat er aus der Activität. – Der Sohn Joseph (geb. 1824, gest. zu Czernowitz 12. Februar 1879) that sich als Hauptmann des genannten Infanterie-Regiments im Treffen bei Montebello am 29. Mai 1859 so hervor, daß ihm die allerhöchste Belobung zutheil wurde. Bei Solferino am 24. Juni d. J. erkämpfte er sich das Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdecoration, bei Custozza am 24. Juni 1866 das Ritterkreuz des Leopoldordens. Im Jahre 1863 ward er Major, und stufenweise vorrückend, am 10. Mai 1873 Oberst im Regimente, zuletzt Generalmajor. In letzterer Eigenschaft und als Commandant der 39. Infanterie-Brigade starb er zu Czernowitz im Alter von 55 Jahren. Außer den erwähnten Auszeichnungen besaß er noch den Orden der eisernen Krone dritter Classe mit der Kriegsdecoration, den russischen Annenorden mit den Schwertern, dann Orden von Seite Bayerns und Hessens, sowie das Ehrenbürgerdiplom der königlichen Freistadt Temesvár.

Leitner von Leitnertreu (Theodor). Ausführliche Geschichte der Wiener-Neustädter Militär-Akademie (Hermannstadt 1852, Steinhaußen, 8°.) S. 475 und 476. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, Prochaska, gr. 8°.) Bd. I, S. 206, unter den Jahren 1848 und 1859.