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BLKÖ:Unterrichter Freiherr von Rechtenthal, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 49 (1884), ab Seite: 96. (Quelle)
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Unterrichter Freiherr von Rechtenthal, Franz (Präsident des Appellations- und Criminalobergerichts zu Klagenfurt, geb. zu Kaltern in Tirol am 19. December 1775, gest. 30. December 1867). Der Sproß einer alten tirolischen Familie, über welche die Quellen S. 97 Näheres berichten, ist er ein Sohn Joseph von Unterrichter’s aus dessen Ehe mit Barbara von Gummer. Nachdem er in Innsbruck, wo er seine Studien beendete, 1798 auch die juridische Doctorwürde erlangt hatte, wirkte er daselbst als Dicasterialadvocat bis 18053, in welchem Jahre er als Fiscaladjunct bei der Tiroler Kammerprocuratur eintrat, in dieser Stellung gleichzeitig die Lehrkanzel für politische Wissenschaften an der Innsbrucker Hochschule supplirend. 1806 – Tirol stand unter bayrischer Herrschaft – wurde er Justizrath in Ulm, 1808 Oberappellationsrath in München und am 30. Mai 1814 Director [97] des Innkreises, welch letztere Stelle dem Range nach jener eines österreichischen Gubernial-Vicepräsidenten gleichkommt. Nachdem Tirol wieder an Oesterreich gefallen, ward er am 3. Juli 1815 Appellationsrath in Innsbruck. Mit ah. Entschließung vom 30. Mai 1816 zum Justizhofrathe beim Veroneser Senate ernannt, kam er von da 1818 als Tribunals-Präsident nach Belluno, 1821 als Vicepräsident zum Appellationsgerichte in Venedig, am 21. October in gleicher Eigenschaft nach Mailand und sodann zum innerösterreichischen Appellationsgerichte. 1842 erfolgte unter gleichzeitiger Verleihung der geheimen Rathswürde seine Ernennung zum Präsidenten des Appellationsgerichts in Klagenfurt, aus welcher Stellung er sieben Jahre später , am 28. December 1849, in den Ruhestand übertrat. Diesen genoß er noch volle 17 Jahre, bis er im Greisenalter von 92 Jahren das Zeitliche segnete. Freiherr von Unterrichter huldigte in den Mußestunden seines Berufes auch der Muse und schrieb ein großes Epos in 24 Gesängen, dessen Held Otto der Große war. Dieses Gedicht wurde im Jahre 1838 von dem Dompropst H. von Otte an den bekannten Münchener Poeten Fr. Beck mit der Bitte gesendet, es für die Herausgabe zu bearbeiten. Es erschien denn auch unter dem Titel: „Otto der Große und die Ungarn. Ein episches Gedicht in 24 Gesängen. Bearbeitet und herausgegeben von Fr. Beck“ (München 1839). So ist, wie es den Anschein hat, das Originalmanuscript des Freiherrn, welches Beck wieder zurücksendete, nie gedruckt worden. Unterrichter wurde am 4. Mai 1839 in den Freiherrenstand erhoben. Im Jahre 1807 hatte er sich mit Josephine, der Tochter des bayrischen Generals Clemens de Drouin de la Verte vermält, welche ihm zwei Söhne Karl und Otto und drei Töchter Emilie, Amalie und Adelheid gebar. Von den Söhnen hat Karl aus seiner Ehe mit Amalie von Putzer acht Söhne und fünf Töchter, Otto aus drei Ehen nur von der ersten Frau eine Tochter und von der zweiten eine Tochter und einen Sohn.

Maasburg (Friedrich von). Geschichte der obersten Justizstelle in Wien (1749–1848) (Prag 1879, Reinitzer, gr. 8°.) S. 180. – Kehrein (Joseph). Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert (Zürich, Stuttgart und Würzburg 1871, Leo Woerl, gr. 8°.) Bd. II, S. 216 [nennt ihn irrig Unterrichter Freiherr von Rechenthal].