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BLKÖ:Unschuld von Melasfeld, Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 49 (1884), ab Seite: 78. (Quelle)
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Unschuld von Melasfeld, Wenzel (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Prag am 9. April 1814). Im October 1825 trat er zur militärischen Ausbildung in die Wiener-Neustädter Militärakademie ein und wurde am 3. October 1833 als Fähnrich zu Graf Latour-Infanterie Nr. 28 ausgemustert. Im October 1834 kam er als Lieutenant in das 1. Jäger-Bataillon, in gleicher Eigenschaft im December 1843 zu Kaiser-Infanterie Nr. 1, im März 1844 wurde er Oberlieutenant, im August 1848 Hauptmann, im Jänner 1852 Major, im März 1857 Oberstlieutenant, im Mai 1859 Oberst. In der Zwischenzeit, schon 1842, als Professor des Situationszeichnens und der Terrainlehre in der Wiener-Neustädter Akademie verwendet, blieb er daselbst durch vier Jahre, worauf er, dem General-Quartiermeisterstabe zugetheilt, bis 1848 bei der Militärmappirung in Mähren und Schlesien, dann in Mittel-Italien, endlich bei der Landesbeschreibung in Ober- und Niederösterreich in Verwendung stand. Er machte die Einschließung und Einnahme von Wien (12. bis 31. October 1848), das Gefecht in der kleinen Schütt (26. December), die Cernirung von Komorn (31. December 1848 bis 8. Februar 1849), hierbei am 26. Jänner die Demolirung der Verschanzung unter dreistündiger Beschießung aus Komorn leitend, ferner das Scharmützel bei Uj-Szöny (4. Februar), das Gefecht bei Waitzen (10. April), die Schlacht bei Nagy-Sarló (19. April), die Gefechte bei Szered-Schintau (13., 15., 17., 19. und 20. Juni), die Schlacht bei Pered (21. Juni), die Einnahme von Raab (28. Juni), die Schlachten bei Komorn (2. und 11. Juli), die Gefechte bei Uj-Szegedin (3. 4., 5. August), die Einnahme von Szegedin (3. August), die Schlacht bei Szöreg (5. August), das Scharmützl bei Szt. András, dann die [79] Schlacht und Einnahme von Temesvár (9. August 1849) mit, wurde in den Relationen mehrere Male lobend erwähnt und für sein hervorragend tapferes Verhalten in der Schlacht bei Nagy-Sarló mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe (13. Mai 1849) ausgezeichnet. Große Entschlossenheit und Umsicht bewies er in der Schlacht bei Temesvár, als er mit einer Raketenbatterie und einer halben Escadron der Erste über den Nyaradbach setzte und im Rücken des feindlichen Heeres erschien, wodurch dessen Verwirrung mit der darauf folgenden wegelosen Flucht in die Wälder veranlaßt und der Sieg der Unseren entschieden wurde. In Anerkennung dafür erhielt er am 31. December 1849 das Militär-Verdienstkreuz. Im Jahre 1850 kam er als Hauptmann zum Generalcommando in Lemberg, fungirte 1852 und 1853 als Mappirungsdirector in Ungarn und Siebenbürgen, 1855 bis 1860, in dieser Zeit zum Oberstlieutenant und Obersten vorrückend, als Generalstabschef in Siebenbürgen, 1861 als solcher in Udine, 1862 bis 1866 endlich bei der Landesbeschreibung des In- und Auslandes in Wien. 1866 wurde er Besatzungstruppen-Brigadier zu Prag, noch am 16. Juli d. J. Generalmajor und Brigadier beim vierten Corps und erhielt am 16. September seine Eintheilung bei der 5. Truppendivision in Olmütz. Später trat er als Titular-Feldmarschall-Lieutenant aus der Activität und lebt zur Zeit in St. Pölten. Den Statuten des Ordens der eisernen Krone gemäß wurde er mit Diplom ddo. Wien 7. August 1866 in den österreichischen Ritterstand mit dem Prädicate von Melasfeld erhoben.

Familienstand und Wappen des Wenzel Unschuld Ritter von Melasfeld. Der General vermälte sich am 15. August 1860 mit Marie Szabó Edlen von Maksay (geb. 16. November 1837). Aus dieser Ehe stammen: Victor (geb. 7. Mai 1863), Felix (geb. 16. April 1864), Gustav (geb. 13. Juni 1868), Marie (geb. 17. Mai 1877) und Bertha (geb. 15. April 1865, gest. 16. März 1866).
Wappen. Ein von Roth und Silber gevierter Schild. Im oberen rechten und unteren linken Felde ein rothbezungter silberner Löwe, ein Schwert mit goldenem Griff pfahlweise vor sich tragend. Das obere linke Feld durchzieht schräglinks ein goldener, beiderseits schwarz eingefaßter und mit drei weißen Vögeln mit rothen Schnäbeln und Füßen übereinander belegter Balken. Im unteren rechten Felde ein schwarzer mit drei Sternen übereinander durchbrochener Querbalken. Auf dem Schilde ruhen zwei Turnierhelme. Aus der Krone des rechten wächst ein dem im Schilde vorkommenden ähnlicher bewehrter Löwe einwärts gekehrt hervor; aus der Krone des linken Helmes erschwingen sich drei Straußfedern, und zwar eine silberne zwischen zwei schwarzen. Die Helmdecken. Rechts roth, links schwarz, beiderseits mit Silber unterlegt.