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BLKÖ:Ungnad, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 54 (1886), ab Seite: 182. (Quelle)
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10. Heinrich, der in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts lebte, ist der Urheber des Namens Ungnad, den die Familie lange statt des ursprünglichen Geschlechtsnamens führte, und dessen sie in Verbindung mit dem letzteren sich noch heute bedient. Ein Sohn Günthers und Enkel Theodorichs, erhielt er 1228 von Kaiser Friedrich II., mit dem er nach Rom zog, daselbst den Ritterschlag. In seine Heimat zurückgekehrt, gab ihm der Kärnthner Herzog den Auftrag, die Burg Schachtenstein, von welcher aus der Ritter Turpin seine Raubzüge unternahm und die ganze Gegend unsicher machte, zu zerstören. Heinrich ging ans Werk und ohne das Flehen der von dem geflüchteten Turpin allein in der Burg zurückgelassenen Gattin zu berücksichtigen, brach er das Schloß. Nun hatte Turpin’s Gattin Heinrich Weißenwolf, den Zerstörer ihrer Burg, einen Mann un Gnade – ohne Gnade – genannt, und diesen Beinamen Ungnad fügte Heinrich seinem Namen als Ehrentitel bei, den noch sämmtliche Glieder des Geschlechtes Weißenwolf bis zur Stunde führen, nur mit dem Unterschiede, daß in den früheren Jahrhunderten Ungnad als Familienname galt, während sich heute das Geschlecht des Namens Weißenwolf als Rufnamens bedient. Heinrich war in den Jahren 1220 und 1227 ins gelobte Land gezogen. –