Zum Inhalt springen

BLKÖ:Uiberacker, Wolfhard IV.

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 48 (1883), ab Seite: 264. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Wolfhard IV. Uiberacker in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Uiberacker, Wolfhard IV.|48|264|}}

35. Wolfhard IV. (gest. 1430), ein Sohn Johanns II. aus dessen Ehe mit Margaretha Egger. Die Salzburger Erzbischöfe, die auch weltliche Fürsten waren, hatten bisher sich oft als Autokraten geberdet und nicht immer nach Recht und altem Herkommen gewaltet. Besonders traf dieser Vorwurf die beiden Erzbischöfe Pilgrim II. aus dem Hause Puchheim und Gregorius aus jenem der Schenk von Osterwitz. Da dieselben besonders in Lebenschaften und bei Verheiratung der Töchter wider Willen der Eltern nicht immer, wie es bisher Brauch und Sitte war, vorgegangen, so traten nach dem Tode des letztgenannten Erzbischofs die weltlichen Stände, die Ritter und die Städte zusammen und verbanden sich untereinander, dem neuen Erzbischofe nicht eher zu huldigen, als bis dieser unter Verbürgung des Domcapitels sich verpflichte, allen ihren Beschwerden abzuhelfen. Ueber dieses Bündniß wurde nun am Sonntage vor Christi Himmelfahrt 1403 ein schriftlicher Act aufgesetzt und rings mit Siegeln behängt. Sie gaben ihm daher den Namen des „Igels“, der um und um mit Stacheln umgeben ist, um damit anzudeuten, daß Niemand an demselben sich leicht vergreifen solle. Dies ist der berühmte Igelbund, dessen Satzungen in wörtlicher Uebersetzung im „Journal von und für Deutschland“, 1785, Stück II, S. 334 u. f., mitgetheilt sind. Einen richtigeren Abdruck aber bringt Zauner’s „Chronik von Salzburg“, Bd. II, S. 12 u. f. Diesem Bunde gehörte auch Wolfhard Uiberacker an. Mit Letzterem beginnt die Erwerbung der Erbpflegen Lichtenthan, die er 1394, und Altenthan, die er 1418 erhielt, und von denen die letztere fortwährend bei der Familie verblieb, in Würdigung der vielen Verdienste, welche sich die Uiberacker um die Salzburger Erzbischöfe erworben hatten und immer wieder erwarben. Die Pflegerschaft [265] von Lichtenthan ging der Familie verloren, aber die Uiberacker führten den Titel beider lange noch, als sie schon nicht mehr Pfleger beider waren. Wolfhard ist auch der erste Uiberacker, der in Kestendorf bestattet liegt, wo ihm in der Kirche auch ein Monument gestiftet wurde. Er war mit Katharina von Stockharn aus Oesterreich vermält, die ihm sieben Söhne und eine Tochter gebar. Von den Söhnen pflanzten Virgil und Wolfhard den Stamm fort. Die Linie des Letzteren erlosch mit seinen Kindern, dagegen pflanzte Ersterer, der Stammvater der Virgil’schen Hauptlinie, bleibend das Geschlecht fort. –