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BLKÖ:Uiberacker, Johann Wolfhard VIII.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 48 (1883), ab Seite: 257. (Quelle)
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11. Johann Wolfhard VIII. (gest. nach 1575), ein Sohn Virgils IV. aus dessen Ehe mit Rosina von Preising, wurde Pfleger von Alten- und Lichtenthan, hochfürstlicher Rath und Landmann und nannte sich nach seinem Besitzthume Herr zu Sighartstein, welchen Namen seine Linie fortan beibehielt. Um Pfingsten 1525 brach in Salzburg in Folge von mancherlei Bedrückungen der höchst bedenkliche Bauernaufstand aus, der erst durch Zuzüge Sigismunds von Dietrichstein aus Steiermark eingedämmt und nachdem dieser gefangen genommen worden, durch Herzog Ludwig von Bayern und dessen Feldhauptmann Georg von Freundsberg völlig beigelegt wurde. Erzbischof Matthäus Lang war genöthigt, sich mit seinen Getreuen in die Veste Hohensalzburg zurückzuziehen. Unter diesen Getreuen, welche daselbst die Belagerung vom 5. Juni bis 1. September aushielten, befand sich auch Johann Wolfhard Uiberacker zu Sighartstein. Am 8. Juli 1530 erschien er mit vielen anderen Edlen im Gefolge des Erzbischofs auf dem Reichstage in Augsburg; am 3. Juni 1543 wurde er mit Matthias Alber zum bayrischen Kreistage in Ingolstadt wegen Einführung der Türkensteuer als Botschafter abgesendet; am 3. Jänner 1549 wohnte er dem bayrischen Kreistage zu Regensburg als salzburgischer Gesandter und im Monate Februar 1568 im Gefolge des Erzbischofs Johann Jacob Khuen von Belasy dem Beilager, welches Herzog Wilhelm von Bayern mit Renata herzoglichen Prinzessin von Lothringen feierte, bei. Mit seinem Vater Virgil nahm er an der grimmigen Fehde gegen den des Jagdfrevels geziehenen Bernhard von Dachsberg Theil. Sein Todesjahr ist nicht bekannt, doch kann es erst nach 1575 fallen, da er in diesem Jahre noch als Pfleger von Alten- und Liechtenthan urkundlich aufgeführt wird. Er hatte sich mit Katharina von Alt- und Neu-Frauenhofen vermält, welche ihm sieben Söhne und drei Töchter gebar (alle aus der I. Stammtafel ersichtlich). Von den Söhnen setzten Johann Sebastian und Johann Warmund ihr Geschlecht fort. Der Zweig des Letzteren erlosch schon in dessen Kindern; dagegen pflanzte Johann Sebastian das Geschlecht dauernd fort, und wurde sein Sohn Abraham der Stammvater der Pfongauer und Sighartsteiner [258] Linie. [Zauner (Judas Thadd.). Chronik von Salzburg (Salzburg 1798, Duyle, 8°.) IV. Theil, S. 395; V. Theil, S. 136, 244 und 271; VI. Theil, S. 368 und 400.] –