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BLKÖ:Trauttmannsdorff, Albrecht

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 47 (1883), ab Seite: 66. (Quelle)
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5. Albrecht, der in der zweiten Hälfte des dreizehnten und zu [67] Anfang des vierzehnten Jahrhunderts lebte, ist der Erste, von welchem die Hauschroniken melden, obgleich nach dem Saalbuch von Klosterneuburg die Trauttmannsdorff schon lange vorher genannt werden. In der Entscheidungsschlacht im Marchfeld am 26. August 1278, in welcher Albrecht kämpfte und Heinrich von Liechtenstein das in der zitternden Hand des hundertjährigen Greises Conrad von Haslau sinkende Banner Oesterreichs erfaßte und doch über die kämpfenden Schaaren erhob, hat der Sage nach kein anderes Geschlecht so glorreich, so mächtig seinen Namen an den Stiftungstag der habsburgischen Größe geknüpft, wie jenes der Trauttmannsdorff, deren nicht weniger als vierzehn an diesem denkwürdigsten Tage in unserer Geschichte, an welchem entschieden wurde, daß im Lande Oesterreich auch ein Fürstenhaus Oesterreich bestehen solle, ritterlich auf ihre Schilde fielen. Albrecht erscheint als sehr einflußreich unter dem ministerialen Adel der Gaue an der Mur, Sau und Drau und ist Zeuge des Einzuges, den Rudolph von Habsburg durch das sich ihm öffnende eiserne Thor von Gratz hielt, nachdem derselbe die Freiheiten bestätigt und die Landhandveste gegeben hatte. Zum letzten Male kämpfte Albrecht auf der Wahlstatt am 50. Jahrestage der Erwählung Rudolphs zum Kaiser, als die Entscheidungsschlacht um das römische Reich bei Mühldorf und Ampfing zwischen zwei Enkeln Rudolphs, zwischen den Königen Friedrich dem Schönen von Oesterreich und Ludwig dem Bayern gefochten wurde. Es war der 28. September 1322. Die Heere hatten sich zum Kampfe aufgestellt, da erschien mit einem Male eine ganze Schaar edler Ritter, 23 an Zahl, alle mit dem gleichen Schildeszeichen: mit der halbrothen und halbweißen Rose, und an ihrer Spitze mit langem Silberbarte der mehr als achtzigjährige Albrecht, der mit seinen vier Söhnen: Herrand, seines mächtigen Gliederbaues wegen „der große Ritter“ genannt, Hektor, Conrad und Leopold, und mit den Söhnen und Enkeln jener vierzehn Trauttmannsdorff, die ihre Treue gegen Rudolph auf dem Marchfelde mit ihrem Blute besiegelten, daher geritten kam, um in der Entscheidungsschlacht mitzukämpfen. Vor derselben ertheilte Friedrich der Schöne 93 Jünglingen, sämmtlich Sprossen der edelsten Familien und darunter den 23 Trautmannsdorff den Ritterschlag. Die Schlacht ward geschlagen, der bayrische Feldhauptmann Schweppermann errang durch verwerfliche List seinem Könige den Sieg. 1500 Ritter gerieten in Feindeshand, 5000 Streiter beiderseits decken mit ihren erschlagenen Leibern die Wahlstatt,. darunter der greise Albrecht, von dessen 23 Helden nur drei am Leben blieben: seine beiden Söhne Hektor und Herrand und sein junger Enkel Albert. [Eos. Blicke auf Welt und Kunst (München, 4°.). 4. October 1826, Nr. 130: „Die weißen Ritter in der Kaiserschlacht bei Ampfing“. Von Lieutenant Aman.] –