Zum Inhalt springen

BLKÖ:Trauttmannsdorff, Adam (1579–1617)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 47 (1883), ab Seite: 65. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Adam von Trautmannsdorf in Wikidata
GND-Eintrag: 142537756, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Trauttmannsdorff, Adam (1579–1617)|47|65|}}

2. Adam (geb. 8. März 1579, gest. 1., nach Anderen 7. Juli 1617). Ein Sohn Johann Friedrichs vom älteren (David’schen) Aste der steirischen Linie und Evas von Trauttmannsdorff [66] und Bruder des berühmten Staatsmannes Maximilian. Dem Geiste der damaligen Zeit gemäß dem Waffendienste sich widmend, trat er in das Heer seinem Kaisers und schwang sich unter Rudolph II. zur Würde eines Obersten, Hofkriegsrathes, Kämmerers und „Leibquardi“ empor. In jenen schweren Tagen, in welchen der Moslem das Herz Europas und mit diesem den ganzen Continent bedrohte, focht Adam ununterbrochen: 1601 in Siebenbürgen, dann in den Schlachten bei Stuhlweißenburg und Kanizsa, 1602 bei der Belagerung von Gran, 1605 bei Oedenburg, an der Kulpa, bei Fülek, bei Raab und Erlau mit so großer Tapferkeit, daß er von Kaiser Rudolph II. in Person wegen „seines ritterlichen standhaftigen Gemith aus selbst eigner Bewegnuß und gnädigster Affection“ mit großer Feierlichkeit zum Ritter geschlagen wurde. Auch unter Kaiser Mathias bekleidete er die obengenannten Würden. Kaiser Ferdinand II., der schon als Erzherzog seine volle Huld ihm zugewandt hatte, machte ihn zum Hauptmann der Hatschiere und zum Obersten der an der Grenze Croatiens und des Meeres aufgestellten Truppen. Und dort in den Kämpfen gegen die Uskoken und im Friaul wider das immer perfide Venedig, welches sich, um Beute zu erhaschen, wo es sie finden mochte, und Land zu rauben, wo solches sich ihm darbot, mit Absicht in die Veltliner Händel und in die mantuanische Erbfolge mischte, weil es um jeden Preis des Madrider Hofes gebieterisches Uebergewicht in Italien brechen und die Vereinigung beider Linien des Kaisergeschlechtes Habsburg hindern wollte, that Adam Trauttmannsdorff das Menschendenkbare. Da ereilte ihn am 17. Juni 1617 bei Rubia aus einer Feldschlange der tödtliche Schuß. Aber noch in seinen letzten Augenblicken vergaß er alles Andere um die Erhaltung des seiner Obhut anvertrauten Görz wider den übermächtigen Feind und traf die entsprechenden Anstalten. Rühmend gedenkt dieser Selbstaufopferung des Helden das Diplom, welches dessen Brüder Johann David und Maximilian in den Reichsgrafenstand erhebt. Man erzählt sich von dem Grafen, daß er in offenem Kampfe mit einem vornehmen Türken Sieger über denselben geblieben sei. Als er zur Krönung des Kaisers Matthias nach Frankfurt gegangen, wurde ihm am Krönungstage mitten im Menschengewühl sein Hut, der mit einem diamantenen Kleinod im Werthe von mehreren tausend Gulden geschmückt war, plötzlich aus der Hand gerissen und blieb verschwunden. Adams Bildniß hat auf einem Folioblatte Aeg. Sadeler im Jahre 1617 gestochen. Außerdem befindet es sich in Lebensgröße gemalt auf dem von dem Vater des Helden erkauften Schlosse in Gleichenberg. Wenn die „Steiermärkische Zeitschrift“, neue Folge, VI. Jahrg., 2. Heft, S. 80 in der kurzen Lebensskizze Adams anläßlich dessen Todeswunde schreibt: „aber nicht sein Leben, nicht Gattin und Kinder u. s. w., die Erhaltung des anvertrauten Görz war seine letzte Sorge“, so ist dies bezüglich der „Gattin“ und „Kinder“ unrichtig, denn er war unvermält. [(Khevenhüller). Annales Ferdinand. Bd. VII, S. 1049. – Porträt. Unterschrift: „Adam Graff von Trautmannsdorff“. Ohne Angabe des Zeichners und Stechers (Sysang sc.?) kl. Fol.] –