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BLKÖ:Toscana, Maria Antonia Großherzogin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 46 (1882), ab Seite: 213. (Quelle)
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Maria Antonia von Neapel-Sizilien (1814–1898) in der Wikipedia
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Toscana, Maria Antonia Großherzogin (geb. am 19. December 1814). Eine Tochter des Königs Franz I. von Sicilien aus dessen zweiter Ehe mit Maria Isabella, königlichen Prinzessin von Spanien, vermälte sie sich am 7. Juni 1833 dem Großherzoge Leopold II. von Toscana. Herzlich und festlich war der Empfang, den die Florentiner ihrer neuen Herrscherin bereiteten, welche sich am ersten Tage deren Sympathie und treue Anhänglichkeit erwarb und fortan auch in ungeschmälertem Maße genoß. Während sie die intimsten Hofkreise bezauberte und neu belebte, eroberte sie, wo sie sich nur zeigte, mit ihrer Leutseligkeit die Herzen der Bevölkerung. Bald ward ihr Name von zahlreichen Familien gesegnet, welche in ihrem Elende an der Großherzogin den rettenden Engel der Vorsehung fanden. Sie gebar dem Großherzog Leopold außer dem Thronerben Ferdinand IV. noch fünf Kinder. Im Kreise ihrer Lieben bot sie das Bild der zärtlichsten Familienmutter. Als Herrscherin und wahre Mutter ihres Volkes nahm sie am Erziehungswesen der verschiedenen Bevölkerungsclassen das regste Interesse. Vorzüglich widmete sie ihre Aufmerksamkeit den adeligen und bürgerlichen Erziehungsanstalten für Mädchen, und nahm einige derselben in ihre besondere [214] Obhut. Eine treffliche Gattin theilte sie mit dem vielgeprüften Großherzog Leopold treu und liebevoll Leid und Freud. Nach dessen Tode zog sie sich an den Gmundenersee ins Privatleben zurück, wo sie in der reizenden Villa in „Orth“ ruhige Tage verlebt und in der Uebung religiöser und mildthätiger Werke Trost sucht für die schmerzlichen Erinnerungen der Vergangenheit, öfter erfreut durch Besuche ihrer zahlreichen Kinder und Enkel. Die Kinder aus ihrer Ehe mit dem Großherzoge Leopold II. sind in dessen Lebensskizze [S. 193] angeführt.

Porträt. Nach Bezzuoli gestochen von Testi (Fol., Florenz, L. Bardi).