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BLKÖ:Tognoli (Tognollo), Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tognio, Ludwig
Band: 46 (1882), ab Seite: 4. (Quelle)
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Tognoli, nach Anderen Tognollo, Johann (Bildnißmaler, geb. zu Bieno im Landgerichte Ivano in Südtirol, [5] Geburtsjahr unbekannt). Seine Geburt dürfte in das letzte Viertel des achtzehnten Jahrhunderts fallen. Seine Eltern waren arm, und so nahm sich ein Verwandter, der Kunsthändler Dominicas del Negro in Livorno des Knaben an, der unter Leitung desselben sich dem Kunsthandel widmen sollte. Ohne Anleitung vollendete Tognoli in dieser Beschäftigung mehrere Zeichnungen, welche ein so bedeutendes Talent verriethen, daß Maler wie Morghen und Toffanelli denselben ihre Bewunderung nicht versagen konnten. So geschah es denn, daß er zu seiner weiteren Ausbildung die Mittel für eine Reise nach Rom erhielt. Ob ihm dieselben durch seinen Verwandten oder durch die erwähnten Künstler geboten wurden, ist nicht bekannt. Kurz, im Alter von 22 Jahren, kam er in die ewige Stadt, wo er zunächst bei einem gewissen del Brate, nach dessen Namen wir in den lexikalischen Werken über Kunst und Künstler vergeblich suchen, Beschäftigung fand, später aber im Atelier Canova’s [Bd. II, S. 251 u. f.] sich als Zeichner verwenden ließ. Da Letzterer vom Jahre 1781, mit den durch seine Berufungen nach Paris, Wien und an andere Orte bedingten Unterbrechungen, bis zu seinem am 13. October 1822 erfolgten Tode in Rom lebte, so dürfte Tognoli’s Ankunft daselbst wohl in den Anfang der Neunziger-Jahre zu setzen sein. Erst nach Canova’s Hinscheiden fing unser Künstler, der bis dahin immer nur gezeichnet hatte, in Oel zu malen an, und zwar zunächst Bildnisse, die er jedoch mit solcher Meisterschaft lieferte, daß er in dieser Richtung bald zu Roms gesuchtesten[WS 1] Malern zählte. Daneben gingen unter seinem Pinsel auch religiöse Darstellungen hervor, darunter mehrere heilige Familien, welchen er durch Schönheit der Motive einen besonderen Reiz zu geben verstand. In der Kunstausstellung zu Rom 1831 befand sich von ihm ein sogenanntes „Silentium“, nämlich eine Madonna, wie sie das Gewand von dem schlafenden Jesukinde aufhebt, so daß dieses dem h. Joachim und der Elisabeth, welche den kleinen Johannes mitbringen, sichtbar wird. Das Bild mahnt etwas an Carracci, obwohl es die ganze Eigenthümlichkeit unseres Malers an sich trägt. Ueber die weiteren Schicksale Tognoli’s sind wir leider nicht unterrichtet und finden auch nirgends Nachweise über ihn. Nach einer Zeichnung desselben, welche die Büste Antonio Canova’s darstellt, hat August Beretini ein schönes Blatt in R. Morghen’s Manier (in Fol.) gestochen. Tognoli dürfte wohl kaum mehr am Leben sein.

Kunstblatt (Stuttgart, Cotta, 4°.) 14. Juni 1831, Nr. 47, S. 188, im Artikel: „Kunstausstellung zu Rom 1831“. – Bote von Tirol und Vorarlberg, 29. Februar 1825.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: gesuchtetsten.