Zum Inhalt springen

BLKÖ:Toggenburg-Sargans, Georg Otto Ritter von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Toffoli, Luigi
Nächster>>>
Tognio, Ludwig
Band: 46 (1882), ab Seite: 2. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Georg von Toggenburg in der Wikipedia
Georg von Toggenburg-Sargans in Wikidata
GND-Eintrag: 137699131, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Toggenburg-Sargans, Georg Otto Ritter von|46|2|}}

Toggenburg-Sargans, Georg Otto Ritter von (Staatsmann, geb. zu Laax in Graubündten, einer zwischen zwei kleinen Seen gelegenen Ortsgemeinde, im Jahre 1811). Die Familie des in Rede Stehenden stammt aus Graubündten, und zwar aus dem am Fuße des Crispalt an den Quellen des Oberrheins gelegenen Orte Ruschein.[3] Sein Vater, gleichfalls Georg mit Vornamen (geb. zu Ruschein am 8. October 1765, gest. zu Feldkirch in Vorarlberg am 4. Juni 1847), vormals Mitglied und Präsident der Regierung Graubündtens, dann österreichischer Administrator der in der Nähe von Chur gelegenen Besitzung Rhäzüns (Rhaetia una), zählte zu den Freunden des Franzosenkönigs Ludwig Philipp, der während seines Exils in der Schweiz in der Familie Toggenburg’s manche glückliche Stunde verlebte und demselben bald nach seiner Thronbesteigung die Würde eines französischen Vicomte verlieh. Die Mutter Josepha (geb. 4. November 1784, gest. zu Feldkirch am 1. December 1862) ist eine geborene Jost zu St. Görgen. Georg Otto studirte in St. Gallen, Freiburg und Innsbruck und trat dann in den österreichischen Staatsdienst, in welchem er stufenweise vorrückte und im Uebrigen ganz unbemerkt zu Anfang der Fünfziger-Jahre als Präsident der früheren Central-Congregation für das lombardisch-venetianische Königreich in Venedig diente, bis er am 7. Februar 1855 im Ministerium Bach das Portefeuille für Handel und öffentliche Arbeiten übernahm, mit dessen am 21. August 1859 erfolgter Auflösung er aus dem Cabinet schied. Im nächsten Jahre gelangte er auf den Statthalterposten von Venedig. Er bekleidete dieses wichtige Amt in schwieriger Zeit. Die Lombardie war durch das mit einem Kriege endende Ränkespiel Frankreichs und Sardiniens an das Königreich Italien gekommen, welchem Loose auch Venedig mit allen Kräften zustrebte. Toggenburg hatte es daher mit den widerhaarigsten Verhältnissen zu thun, welche sich zuletzt in offene Feindseligkeit zwischen Municipium und Regierung zuspitzten und in einem am 6. März 1866 an den Statthalter gerichteten Schreiben des Podestà Grafen Bembo ihren unzweideutigen Ausdruck fanden. Als auch Venedig im letztgenannten Jahre an Italien fiel, wurde Ritter von Toggenburg Statthalter von Tirol und Vorarlberg und blieb es bis zu seiner am 28. Jänner 1868 erfolgten Versetzung in den bleibenden Ruhestand, bei welcher Gelegenheit er „in Anerkennung seiner dem allerh. Kaiserhause und dem Staate durch eine lange Reihe von Jahren mit Treue und Hingebung geleisteten vorzüglichen Dienste das Großkreuz des Leopoldordens“ erhielt, nachdem er schon im März 1852 mit dem Orden der eisernen [4] Krone erster Classe war ausgezeichnet worden. Ritter von Toggenburg ist überdies Ehrendoctor der Universität zu Padua, Ehrenbürger der reichsunmittelbaren Stadt Triest und Ehrenmitglied des Instituts für Kunst und Wissenschaften in Venedig. Gegen Ende des Jahres 1881 wurde er als Reichsrath auf Lebensdauer in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrathes berufen. Georg Otto Ritter von Toggenburg hatte sich 1852 mit Maria Adelheid geborenen Gräfin von Sarntheim vermält. Am 153. Februar 1858 aber reichte er Maria Virginie, der Schwester seiner verstorbenen Frau, die Hand. Der Familienstand und die Kinder aus beiden Ehen sind aus der Stammtafel ersichtlich.

Die Presse (Wiener polit. Blatt) XIX. Jahrgang. 21. März 1866, Nr. 78: „Vom Mincio“. – Morgenblatt der neuen Salzburger Zeitung 1855, Nr. 50.
Wappen. In Silber eine schwarze Dogge. Auf dem Schilde ruht ein Turnierhelm, aus dessen Krone eine Dogge hervorwächst. Die Helmdecken sind schwarz mit Silber belegt. Die Geschlechtsreihe der Familie der Toggenburg, welche aus Graubündten in der Schweiz stammt, reicht bis in das fünfzehnte Jahrhundert zurück. Ob unsere Ritter von Toggenburg mit dem schon erloschenen berühmten Grafengeschlechte in der Schweiz, aus welchem ein Sproß unserem Schiller den schönen Balladenstoff gegeben, einerlei Ursprungs sind, ist nach dem heutigen Stande der Forschung nicht festzusetzen.
Porträte. 1) Unterschrift: „A Sua Eccellenza Giorgio Cavalliere di Toggenburg | Luogotenente delle Provincie Venete | In Segno | Di venerazione, grato animo, e rispettoso affetto | I Consiglieri della Luogotenenza] D. D. D. | Venezia Febbrajo MDCCCLV“. Kriehuber (lith.) 1855. Artistische Anstalt von Reiffenstein und Rösch in Wien (Fol.). – 2) Lithogr. von Klink (kl. 4°.).
[3]
Toggenburg-Sargans.
Georg (französischer Vicomte)
geb. 8. October 1765, † 6. Juni 1847.
Josepha von Jost zu St. Görgen
geb. 4. November 1784, † 1. December 1862.
Georg Otto [S. 2]
geb. 1811.
1) Maria Adelheid geborene Gräfin von Sarntheim
geb. 2. April 1822, †.
2) Maria Virginie geborene Gräfin von Sarntheim,
Schwester der Vorigen,
geb. 31. Mai 1833.
Johanna
geb. ….,
vm. Anton Sedelmeier von Seefeld.
Ludwig,
Dominicaner zu Gratz,
21. Juli 1853.
Maria
geb. 1854.
Antonie
geb. 1861.
Adelheid
geb. 1864.
Friedrich
geb. 1866.
Ida
geb. 1869.
Heinrich
geb. 1872.