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BLKÖ:Teleki von Szék, Franz Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 244. (Quelle)
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Teleki von Szék, Franz Graf (ungarischer Poet, geb. zu Bistritz am 4. April 1785, gest. zu Paszmos am 16., nach Anderen am 20. December 1831). Vom ersten (dem Michael’schen) Hauptstamme. Ein Sohn des Grafen Michael aus dessen Ehe mit Agnes Dócsa. Nachdem er die Schulen zu Bistritz, Maros-Vásárhely, Karlsburg und Zalathna in Siebenbürgen besucht hatte, bezog er 1798 die Theresianische Ritter-Akademie in Wien, in welcher er sich mit dem durch die Herausgabe des „Historischen Taschenbuchs“ auch in deutschen Kreisen bekannten Alois Freiherrn von Mednyanszky[WS 1] befreundete und wohl zunächst auch durch den Verkehr mit diesem zu poetischen Arbeiten angeregt wurde. Als er dann 1802 – nicht, wie Toldy-Fenyéry schreibt, 1804 – aus dem Theresianum trat, begab er sich zum Studium des vaterländischen Rechtes auf die damals bestandene Rechts-Akademie in Klausenburg. Nach Absolvirung derselben widmete er sich keinem öffentlichen Dienste, sondern erlangte nur im Jahre 1810 die k. k. Kämmererswürde und lebte, seit 1808 vermält, auf seinem Gute Paszmos in Siebenbürgen neben der Verwaltung seines Besitzes seinen Studien. Hier kehrte er auch, als er mit Gabriel Döbrentei [Bd. III, S. 340] sich befreundete, auf dessen Anregung zu der lange vernachlässigten Poesie zurück, in welcher er sich schon frühzeitig nicht ohne Glück versucht hatte. Im „Erdélyi Muzeum“, d. i. Siebenbürgisches Museum, und in den ungarischen Taschenbüchern „Aurora“ (1823 und 1826), „Hebe“ (1823 bis 1826), „Minerva“ veröffentlichte er seine Dichtungen, welche allgemein freundliche Aufnahme fanden. Seine Absicht, die zerstreut gedruckten Poesien gesammelt herauszugeben, wurde durch den Tod vereitelt, dem er 1831 erlagt in dem nämlichen Jahre, in welchem ihn die ungarische Akademie der Wissenschaften unter ihre Mitglieder aufgenommen haben soll. So unterzog sich denn Gabriel Döbrentei der Aufgabe, die gesammelten Gedichte des Grafen unter dem Titel: „Gróf Teleki Ferenc Versei s néhany leveléből töredékek“, d. i. Poesien des Grafen Franz Teleki mit einigen Brieffragmenten (Buda 1834, 16°.) im Druck erscheinen zu [245] lassen. Teleki’s in Ungarn volksthümlich gewordenes Huszarenlied befindet sich in deutscher Uebertragung in C. M. Kertbeny’s „Album hundert ungarischer Dichter. In eigenen und fremden Uebersetzungen“ (Dresden und Pesth 1834, Rob. Schäfer und Hermann Geibel, 12°.) S. 67. Dem Grafen verdanken die Ungarn auch die poetische Wiedergabe mehrerer Gedichte von Schiller. Die in Hormayr-Mednyanszky’s „Taschenbuch für vaterländische Geschichte“ abgedruckte, ihm zugeschriebene Uebersetzung einiger Bruchstücke aus der „Zrinyiade“ von Nicolaus Zrinyi rührt von seinem gleichnamigen Vetter Franz her. In den letzten Jahren soll der Graf an Melancholie gelitten haben. Zur Unterscheidung von seinem mit ihm gleichzeitig lebenden Vetter Franz, der zum dritten (dem Alexander’schen) Hauptstamme gehört, wird unser Dichter auch Franz der Aeltere genannt. Seine Ehe mit Karoline Gräfin Teleki (geb. 1780, gest. 1867), einer Schwester Franz Teleki’s des Jüngern, die ihren Gatten um 32 Jahre überlebte und das hohe Alter von 87 Jahren erreichte, entstammen zwei Kinder: ein Sohn Eduard, der diese Linie fortpflanzte, und eine Tochter Karoline, die sich mit Nicolaus Ujfalussy vermälte. Was den Charakter der Dichtungen Teleki’s betrifft, so schreibt der für ein Urtheil maßgebende Franz Toldy, daß dieselben, obwohl sie den Fortschritten der Zeit in der Kunst nicht so ganz entsprechen, doch des philosophischen Geistes, poetischer Empfindung, eines guten Liedertones und wohlklingenden Verses wegen Anerkennung verdienen. Seine Soldatenlieder, das Lob des Wassers, das Lied an seinen Arzt werden mit Recht sehr geschätzt. Ueberdies scheint Graf Franz sich auch mit Physik beschäftigt zu haben, denn die unter folgendem Titel erschienene Schrift: „Die Spiegelscheibe, ein neues katoptrisches Instrument Messung terrestrischer Winkel und Bestimmung der Sonnenwinkel. Erfunden im Jahre 1812“ (Wien 1817, Ant. Strauß, mit Tafel) trägt seinen Autornamen.

Toldy (Ferencz), A magyar költészet kézikönyve a Mohácsi vésztől a legújabb időig, d. i. Handbuch der ungarischen Dichtung von der Schlacht bei Mohács bis auf unsere Tage (Pesth 1857, Gust. Emich, gr. 8°.) Bd. II, S. 221 u. f. – Magyar Tudom. Társ. Névkönyve, 1832, Nr. 46: „Biographie Teleki’s“. Von Döbrentei. – Handbuch der ungarischen Poesie u. s. w. In Verbindung mit Julius Fenyéry herausgegeben von Franz Toldy (Pesth und Wien 1828, G. Kilian u. K. Gerold, gr. 8°.) S. 557. – Wurzbach von Tannenberg (Constant Dr.), Das Schiller-Buch. Festgabe zur ersten Säcular-Feier von Schiller’s Geburt 1859 (Wien, Staatsdruckerei, gr. 4°.) S. 13, Marginal 163; S. 14, Marginal 184; S. 15, Marg. 202; S. 17, Marg. 232; S. 23, Marg. 342; S. 28, Marg. 446.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Joseph Freiherrn von Mednyanszky.