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BLKÖ:Szenczy, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Szende, Béla von
Band: 42 (1880), ab Seite: 76. (Quelle)
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Szenczy, Franz (Bischof von Steinamanger, geb. ebenda am 17. September 1800, gest. im Jahre 1868). Bruder des Prämonstratenser-Abtes Emerich [s. S. 74]. Nachdem er mit ausgezeichnetem Erfolge den Gymnasialunterricht in seiner Vaterstadt abgeschlossen hatte, trat er, 17 Jahre alt, in das Priesterseminar des Comitates Steinamanger ein. Nach Absolvirung der philosophischen Jahrgänge wurde er von dem Bischof Leopold Somogyi [Band XXXV, S. 296, Nr. 4] in das Pesther Generalseminar geschickt, wo er vier Jahre den theologischen Studien oblag und ob seiner Tüchtigkeit zugleich die Stelle eines Präfecten versah. In der Zwischenzeit erlangte er auch die philosophische Doctorwürde. Im Jahre 1823 zum Priester geweiht, widmete er sich dem Lehramte aus seinem Fache. Er wurde Professor der Dogmatik und vertauschte diese Stelle später mit jener für Moraltheologie und Pädagogik. So wirkte er im Lehramte von 1825 bis 1840, in welch letzterem Jahre ihn der [BLKÖ:Habsburg, Ferdinand I. (Kaiser von Oesterreich)|Kaiser]] zum Domherrn und Abt ernannte. Nach zwölfjähriger Thätigkeit in diesen Würden wurde er nach dem am 11. August 1850 erfolgten Ableben des Bischofs Balassa am 4. September 1852 zum Bischof von Steinamanger erhoben und als solcher am 29. Juni 1853 feierlich in Raab consecrirt. Schon während seiner lehramtlichen Thätigkeit bewegte sich Szenczy in seinem Fache auf schriftstellerischem Gebiete und schrieb ohne Namen in dem von I. Guzmics [Bd. VI, S. 53] herausgegebenen „Egyházi tár“, d. i. Kirchenarchiv, und im „Figyelmező“, d. i. Der Beobachter, zahlreiche kritische Besprechungen der theologischen Tagesliteratur. Ferner war er ein fleißiger Mitarbeiter des Kirchenblattes „Religio és neveles“, d. i. Religion und Erziehung, in welchem er in einer Folge von Aufsätzen, betitelt „Briefe aus Steinamanger“, kirchliche Fragen erörterte und seine Abhandlungen: „Bemerkungen über die Ansichten des Grafen Zay“; – „Einige Worte über die protestantische Union in Ungarn“, unter dem Pseudonym Jodocus gedruckt; – „Gedankenfragmente über die Union des Jos. Székács“ u. a. auch in protestantischen Kreisen Aufmerksamkeit erregten. Endlich sind mehrere seiner in ungarischer Sprache gehaltenen Kanzelreden im Druck erschienen. Szenczy genoß als Kirchenfürst in seiner Diöcese allgemeine Verehrung. Gelehrt als Theolog, war er als Priester würdevoll und human. Er war der Freund, Lehrer und Vertraute seiner geistlichen Mitbrüder, und im Volksmunde leben viele Vorfälle, welche bezeugen, wie er es verstand. Gefallene aufzurichten, Irrende auf die rechte Bahn zu leiten, Gedrückte zu trösten, Unglücklichen zu helfen.

Kleines biographisches Lexikon, enthaltend Lebensskizzen hervorragender, um die Kirche verdienter Männer (Znaim 1862, M. F. Lenck, 8°.) S. 134. – Katholische Blätter aus Tirol. Redigirt von M. Huber (Innsbruck, Wagner, Jahrg. 1853, Bd. II, Nr. 31, S. 763: „Kirchliche Mittheilungen. Steinamanger“. – Der katholische Christ (Pesther Kirchenblatt, 4°.) 28. Juli 1853, Nr. 30: „Dürnbach 16. Juli“ [nach diesem geb. 1799]. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich, 8°.) Bd. I, S. 546.