Zum Inhalt springen

BLKÖ:Szeli, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Szelestey, Ladislaus
Nächster>>>
Szeli, Abraham
Band: 42 (1880), ab Seite: 41. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Joseph Szeli in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Szeli, Joseph|42|41|}}

Szeli, Joseph (evangelischer Prediger, geb. zu Hoszufalu am 2. December 1710, gest. zu Sommerburg in Repser Stuhle Siebenbürgens 3. October 1782). Joseph, dessen Vater Georg als Prediger zu Halmágy lebte, studirte der Folge nach zu Udvarhely, Hermannstadt. Raab und seit 1731 zu Preßburg, wo er gleichzeitig im Hause des ungarischen Edelmanns Paul von Jeszénák als Privatlehrer Stellung fand. Seine Absicht, auf ausländischen Hochschulen seinen Bildungsgang zu vollenden, mußte er bei dem plötzlichen Tode seines Vaters aufgeben. So wurde er denn 1732 evangelisch-ungarischer Schullehrer in Kronstadt und 1735 Prediger der evangelischen Ungarn daselbst, in welcher Eigenschaft er 22 Jahre wirkte. Im Jahre 1757 kam er als Prediger nach Hoszufalu, von da 1763 als solcher nach Sommerburg, wo er nach nahezu zwanzigjähriger Thätigkeit im Alter von 72 Jahren starb. In seinem Fache schrieb er viel, im Druck jedoch erschien von seinen zahlreichen Schriften nur der kleine Luther’sche Katechismus, mit vielen Anmerkungen erläutert, in magyarischer Bearbeitung unter dem Titel: „B. E. D. Luther Márton kiss katekismussa és ennek rövid fontos magyarázatya“ (Kronstadt 1748, 12°.); alle seine übrigen theils in magyarischer, theils in lateinischer Sprache verfaßten Schriften, durchwegs theologischen Inhalts, sind ungedruckt geblieben. Wir erwähnen daraus von ersteren außer mehreren umfangreichen Predigtwerken eine Sammlung Analytischer Reden über die Evangelien und eine Uebersetzung der Kirchenreden von Aug. Hermann Franke; von letzteren: „Parallelismus evangelicus sacer“; – „Cellarii primitiva vocabula cum exacta et harmonica interpretatione germanica et hungarica“; – „Historica declaratio Ecclesiae hungaricae Coronensis“; – „Historica declaratio Ecclesiarum et templorum Hungaricorum in Barcia“ und Διχοτομία τȣ̃ Κανός αγία in qua additiones S. Bibliorum Tótfalusiana et Komáromiana conferuntur et variationes connotantur“. Von seinen zwei Söhnen wurde der jüngere, Joseph, nachmals Königsrichter in Großschenk. – Der ältere, Karl (geb. in Kronstadt 4. November 1748, gest. zu Wien um das Jahr 1780), beendete die Vorbereitungsstudien in seiner Vaterstadt; dem medicinischen Berufe sich widmend, bezog er die Wiener Hochschule und wurde nach beendeten Studien zum Professor der Hebammenkunst in Klausenburg ernannt. Im Begriffe, zum Antritte dieser Stelle dahin abzureisen, ward er in Wien vom Tode ereilt. Im Druck sind von ihm die Uebersetzungen zweier deutscher Fachwerke erschienen, und zwar Anton de Haën’s Unterricht der Behandlung der weißblasigen Blättern unter dem Titel: „Haen Antalnak oktatása miképpen lehessen a holyagas fejér himlőketleg könnyebben és szerencsésebben meggyógyitani“ (Wien 1875, Trattner, 8°.) und Johann Steidele’s „Unterricht für Hebammen“ unter dem Titel „Magyar Bába mesterség melyet XXVI tábla képekkel megmagyarázva kiadott....“ (Wien 1777, 8°.). Karl Szeli war im Jahre 1778 zur katholischen Kirche übergetreten.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1846, Gustav Emich, 8°.). Zweiter (den ersten ergänzender) Theil, S. 308.