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BLKÖ:Szekér, Alois Joachim

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Székuly, Michael
Band: 42 (1880), ab Seite: 28. (Quelle)
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Szekér, Alois Joachim (Cisterciensermönch, geb. 1751 zu Komorn in Ungarn, gest. zu Klausenburg in Siebenbürgen am 26. September 1810). Im Jahre 1768 in den Franciscanerorden eingetreten, empfing er 1778 die Priesterweihe und wurde, nachdem er 1778 das Baccalaureat aus der theologischen Disciplin erlangt hatte, Lector der Philosophie. Fünf Jahre blieb er in dieser Stellung, dann trug er zwei bis drei Jahre Theologie vor, bis er 1786 einen Ruf als Gymnasialprofessor erhielt. Im Jahre 1795 trat er in den [29] Cistercienserorden über, in welchem er anfangs ebenfalls im Lehramte Verwendung fand, und zwar als Professor der Theologie und Philosophie zu Steinamanger. Neben seiner Berufsthätigkeit auch als Schriftsteller wirkend, hatte er das Unglück, daß er wegen eines seiner Werke, welches nicht ganz im Sinne der Clericalen gehalten war, von diesen angefeindet und verfolgt wurde. Da er insbesondere unter der höheren Geistlichkeit einen erbitterten Feind besaß, entzog er sich dem für ihn gefährlich werdenden Einflusse desselben durch den Uebertritt in die Feldgeistlichkeit. Er wurde Feldcaplan des Infanterie-Regiments Splényi von Miháldi. (Aus diesem Regiment macht Samuel Baur in seinem in den Quellen mitgetheilten Werke irrthümlicherweise ein „schlesisches“, denn von jenen beiden Infanterie-Regimentern, welche in der kaiserlichen Armee den Namen Splényi führten, Nr. 31 und Nr. 51, war ersteres ein siebenbürgisches, letzteres ein siebenbürgisch-ungarisches.) Szekér ist Verfasser nachfolgender im Druck erschienener Schriften: „A Magyarok eredete, a régi és mostani Magyaroknak nevezetesebb tselekedeteivel együtt“, d. i. Der Ursprung der Ungarn verbunden mit den merkwürdigsten Thaten der alten und neuen Ungarn, zwei Bände (Preßburg und Komorn 1791, neue Aufl. Pesth 1808, gr. 8°.), diese ihrerzeit nicht gering gehaltene Schrift ist das erste im ungarischen Idiom herausgegebene Geschichtswerk der Magyaren. Szekér schrieb es für Jene, welche die lateinische Sprache nicht verstehen, in welcher bisher die Geschichte Ungarns verfaßt war. Er bemerkt in der Vorrede, daß er bei Abfassung dieses Buches die ungarischen Frauen im Auge gehabt habe und ihnen mit seiner Geschichte an Stelle unsittlicher Schriften eine Geist und Gemüth veredelnde Lecture habe bieten wollen. Doch gerade dieses wohl im freimüthigen Tone, aber nirgends mit oder ohne Absicht verletzende Werk zog ihm in seinem Standeskreise viele und mitunter bösartige Widersacher zu, welche ihm seine schriftstellerische Thätigkeit geradezu verleideten. In demselben Jahre, in welchem er, mit seinem Regimente aus Italien heimgekehrt, die zweite Auflage der vorerwähnten Schrift erscheinen ließ, gab er noch heraus: „Hadi tudomány, mellynek némely fő tzikkelyeit kézirásba foglalta egy nevét eltitkolni akaró tudós és nagy méltóságú hazafi. Eredeti valóságában kiadta és bevezetéssel megtoldotta…“, d. i. „Ueber einige vorzügliche Gegenstände der Kriegskunst aus den Papieren eines kunstverständigen würdigen Ungarn. Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von.... (Pesth 1808, gr. 8°. mit 13 Karten); endlich veröffentlichte er noch: „Marengói csatát és azt megelőző környül állások“, d. i. Die Schlacht von Marengo und die derselben vorangegangenen Umstände (Pesth 1807) und „Magyar Robinson“, d. i. Der ungarische Robinson (Pesth 1808, 8°.), eine ungarische Bearbeitung des berühmten deutschen „Robinson“.

Baur (Samuel), Allgemeines historisch-biographisch-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem ersten Jahrzehent des 19. Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stettini, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 571. – Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, Anton Doll, 8°.)Jahrg. 1810, Bd. IV, S. 530. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, [30] Gustav Emich, 8°.). Zweiter (den ersten ergänzender) Band, S. 305. – Farkas (Seraphinus P.), Scriptores Ord. Minor. S. Francisci Provinciae Hung. Reformatae nunc S. Mariae. Recensuit etc. (Posonii 1879, typ. Caroli Angermayer nunc Aloysii Schreiber, 8°.).