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BLKÖ:Sunich oder Šunjić, Marian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sundečić, Johann
Band: 40 (1880), ab Seite: 320. (Quelle)
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Sunich, auch Šunjić, Marian (Bischof von Bosnien, geb. zu Jaicze am Verbicze in Bosnien, Geburtsjahr unbekannt, gest. in Wien im Franciscanerkloster im Jänner 1860). Um sich dem klösterlichen Leben zu widmen, trat er in den Franciscanerorden, als dessen Mitglied er dem Convente von Diakovar angehörte. Er wurde später apostolischer Vicar und Bischof von Bosnien, als welcher er sich die Aufgabe stellte, in seiner Diöcese Schule und Unterricht mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften zu verbreiten. Er stiftete daher in vielen nicht gar zu armen Dörfern Volksschulen und Lehranstalten zur Bildung der Landleute, und Fabianich sagt von ihm, daß er sich nach [321] dieser Richtung hin in einem jedem humanen Institute widerstrebenden Lande ein unvergängliches Denkmal gesetzt habe. Im Jahre 1859 wurde er von der k. k. Regierung nach Wien berufen, um wegen eines wirksamen Schutzes für die bosnischen Christen mit ihr zu conferiren, eine Frage, die erst jetzt nach zwei Jahrzehnten ihrer endgiltigen Lösung [vergl. die „Allgemeine Zeitung 1879, Nr. 334: Das serbische Patriarchat und die bosnische Kirchenfrage] zugeführt zu werden scheint. In Wien aber verfiel der hochbejahrte Mönch in eine Krankheit, welche ihn auch dahinraffte. Er schrieb folgende Werke: „Jelačkinja“ (Agram o. J. L. Gaj, 4°.); – „Razgovor vile njemkinje i slavjarike“ (ebd. o. J. Župan, 8°.). Auch erwähnt Fabianich, daß Sunich, welcher als nicht gewöhnlicher Gelehrter galt und ein besonders gründlicher Kenner der europäischen Sprachen und ihrer verschiedenen Mundarten war, sich mit Studien über ein gemeinsames Alphabet für alle Sprachen eindringlich beschäftigt und als Frucht dieser Studien eine Monographie unter dem Titel: „De ratione depingendi rite quaslibet voces articulatas, seu de vera orthographia cum necessariis elementis alphabeti universalis“ veröffentlicht habe.

Fabianich (Donato Padre), Storia dei frati minori dai primordi della loro istituzione in Dalmazia e Bosnia fino ai giorni nostri (Zara 1864, Battara, gr. 8°.) Tomo II, p. 248 e 264.