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BLKÖ:Strehl, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Strehl
Band: 40 (1880), ab Seite: 8. (Quelle)
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Strehl, Johann (Schulmann und Maler, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt, gest. in Wien 28. November 1862). Ueber die Lebensumstände dieses als mathematischer Schriftsteller und Blumenmaler bekannten Schulmannes sind wir gar nicht unterrichtet. Nach einem vorhandenen Bildnisse von ihm versah er im Jahre 1858 ein Lehramt und das Zeichnungsinspectorat an der [9] k. k. Normal-Haupt- und Unterrealschule bei St. Anna in Wien, an welcher er später die Stelle des Directors bekleidete. Als Schulmann widmete er sich vornehmlich dem mathematischen Fache und war er in diesem ein verdienstlicher Schriftsteller, dessen Werke wiederholte Auflagen und nach seinem Tode neue Bearbeitungen erlebten. Die Titel derselben in chronologischer Folge sind: „Anleitung zur gründlichen Erlernung der Rechenkunst mit Anwendung der zweckmässigsten Abkürzungen. Zum Selbstunterricht und als Hilfsbuch beim öffentlichen und Privatunterrichte“, 3 Theile (Wien 1842, Gerold; später bei Sallmayer, gr. 8°.); – „Methodik der Rechenkunst. Nebst einer Sammlung von Aufgaben“ (Wien 1845, Gerold, gr. 8°.); die dritte Auflage erschien neu bearbeitet von Karl Schubert (Wien 1864, Sallmayer, und 4. Aufl. ebd. 1864); – „Handbuch beim Unterrichte in der Arithmetik für Gymnasien und höhere Bürgerschulen“, 1. Theil (für die 1. Gymnasial-Classe) (Wien 1849, Beck, gr. 8°., noch im nämlichen Jahre 2. Aufl.); – „Leitfaden zur Ertheilung des Unterrichts im Kopfrechnen in den unteren Classen der Volksschulen“ (Wien 1850, Sallmayer, gr. 8°.); – „Leitfaden bei Ertheilung des Unterrichts im Rechnen. Enthaltend die Grundrechnungsarten in ganzen, einfachen und mehrnamigen Zahlen“ (Wien 1850, Sallmayer); davon erschienen Bearbeitungen für die 2., 3. und 4. Classe der Volksschulen in wiederholten Auflagen und nach seinem Tode neu bearbeitet von Karl Schubert (ebd. 1867 und öfter, gr. 8°.); – „Aufgaben zur Berechnung der Flächen und der geometrischen Körper“. Mit einer (lith.) Figurentafel (Wien 1849, Beck; zweite verbesserte und um 194 Aufgaben aus der Mechanik vermehrte Auflage. Mit einer (lith.) Figurentafel (Quer-Folio), ebd. 1852, Sallmayer); – „Handbuch beim Unterrichte in der Arithmetik für Unterrealschulen“, 3 Theile (Wien 1860 und 1861, und noch öfter, Sallmayer, 8°.); neu herausgegeben nach Strehl’s Tode von Karl Schubert, ebd. 1867); – „Sammlung von Rechnungsaufgaben. Eine Beigabe zu den Strehl’schen Lehrbüchern für den Rechenunterricht“ (ebd. 1860, und öfter; neu bearbeitet von Karl Schubert, ebenda 1867). – Strehl’s mathematische Lehrbücher zeichnen sich durch ungewöhnliche Faßlichkeit der Darstellung und geschickte Eintheilung des Stoffes aus. Seine Abhandlung über die „Decimalbrüche“, welche seinerzeit im „Oesterreichischen Schulboten“ [V. Jahrgang, Nr. 3–6, 8, 10, 12 u. 14] erschien, muß geradezu als ein kleines Meisterstück leichtfaßlicher Behandlung eines abstracten Gegenstandes bezeichnet werden. Die späteren von Karl Schubert, einem Neffen des Tonheros Franz Schubert vorgenommenen neuen Bearbeitungen sind streng im Geiste der Originale gehalten. Strehl, wie schon bemerkt, auch Blumenmaler, war als solcher ein Künstler von nicht gewöhnlicher Geschicklichkeit. Seit dem Jahre 1836 lieferte er zeitweise einige Arbeiten seines Pinsels für die Jahres-Ausstellungen der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna, und zwar im Jahre 1836: „Früchte und Eichhörnchen“; – 1837: „Blumen und Früchte“, – 1839: „Blumen“; – 1840: „Camelien in einem Glase“, zwei Bilder; – „Früchte in einem Korbe“, – und 1844: „Rosen in einem Glase“, sämmtlich Oelgemälde. Nach dieser Zeit hat er nicht mehr ausgestellt.

Kataloge der Jahres-Ausstellungen der k. k. Akademie der bildenden Künste bei [10] St. Anna in Wien (8°.) 1836, S. 10, Nr. 8; 1837, S. 13, Nr. 43; 1839, S. 11, Nr. 29; 1840, S. 10, Nr. 35, 36 und 39; 1844, S. 18, Nr. 234.
Porträt. Facsimile des Namenszuges „Johann Strehl, k. k. Lehrer und Zeichnungs-Inspector“. Robert Theer lith. Druck von Joh. Haller. „Dem hochverehrten Lehrer die dankerfüllten Schüler“ (Wien 1858, Fol.).