Zum Inhalt springen

BLKÖ:Stolz, Eduard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Stoltz, H.
Band: 39 (1879), ab Seite: 169. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Eduard Stolz in Wikidata
GND-Eintrag: 117287571, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Stolz, Eduard|39|169|}}

Stolz, Eduard (Tonsetzer, geb. zu Salzburg 1820). Ueber seine Eltern und seinen Bildungsgang in den Jugendjahren liegen keine Nachrichten vor. Er scheint früh Talent für die Musik gezeigt zu haben und in dieser tüchtig ausgebildet worden zu sein, denn im Alter von neunzehn Jahren, 1839, war er bereits Director des Conservatoriums in Arad, in welcher Stellung er bis 1850 wirkte. Alsdann kam er als Capellmeister an das deutsche Theater in Pesth und blieb es unter den Directoren Kalis, Heiner und Witte bis zum Jahre 1854, wo er in gleicher Eigenschaft im Wiener Carl-Theater, als dasselbe unter der Leitung Nestroy’s stand, eintrat. 1855 ging er in gleicher Eigenschaft an das Josephstädter Theater über, und die Zeit, in welcher unter seiner Leitung an dieser kleinsten Residenzbühne Wagner’s damals gewaltigstes Werk „Der Tannhäuser“ zur Aufführung gelangte, war eine der glänzendsten Perioden seines künstlerischen Wirkens. Wagner dankte auch in einem eigenhändigen Schreiben dem strebsamen Capellmeister für die um die Aufführung seines Werkes erworbenen Verdienste. Vom Josephstädter Theater kehrte Stolz 1858 zum Carl-Theater zurück und schrieb für dasselbe einige Werke, welche sich von Seite des Publicums der freundlichsten Theilnahme erfreuten. Wir nennen davon die Posse mit Gesang „Theatralischer Unsinn“, welche wohl die Runde machte durch alle größeren Bühnen Deutschlands. Im Genre der italienischen Oper gehalten, geschickt instrumentirt, enthält sie Einzelnheiten, welche Einem lange in den Ohren blieben und immer gern gehört wurden. Nicht minder gefielen seine Compositionen zu dem Zaubermärchen „Die Blumengeister“, zu Elmar’s Zauberposse „Die letzte Bastei“ (im Clavierauszuge bei Glöggl), zu Berg’s „Einer von unsere Leut“ (im Clavierauszuge bei Haslinger) und „Der Waisenbub“ (im Clavierauszuge bei Glöggl). Als Director Cornet das Berliner Victoria-Theater übernahm, berief er Stolz vom Carl-Theater an seine Bühne, von dieser ging letzterer nach Hamburg und von da an das Landestheater in Gratz, wo er vierzehn Jahre wirkte und sich um die Hebung der Oper in der Murstadt unbestreitbare Verdienste erwarb. Von Gratz folgte er einem Rufe des Directors Hirsch nach Wien, als dieser im Jahre 1876 die Komische Oper daselbst übernommen hatte. Von Stolz’s Compositionen ist Manches im Druck erschienen, so aus „Einer von unsere Leut“ das Glöckchen-Couplet „Beim Armen-Zahnarzt“ und die Couplets „’s hat Herr Pharao, der König, d’Jüden“ und „In der Fruh eine Semmel“, alle drei im Jahre 1860 bei Haslinger in Wien; bei Glöggl in Wien eine Quadrille über die beliebtesten Motive aus der Posse „Einer von unsere Leut“. Noch gedenken wir seiner bei Spina in Wien im Jahre 1860 erschienenen Lieder-Composition „Der deutsche Reitersmann“, Gedicht von F. Ullmayer, für eine Singstimme, mit Begleitung des Pianoforte, einer zweiten: „Der deutsche Sänger“, für eine Singstimme, seines Liedes „Ungarns Wein und Frauen“ (Pesth 1850, Rózsavölgyi), und seines „Wiener Rekruten-Marsches“.

C. M. Ziehrer’s Deutsche Musik-Zeitung (Wien, gr. 4°.) III. Jahrg. (1876), Nr. 29 (15. Juli).
Porträt. Unterschrift: „Eduard Stolz“. Lithographie von D. Jul. Würbel (4°.) in der vorbenannten Ziehrer’schen „Musik-Zeitung“.