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BLKÖ:Sternberg, Albrecht (gest. 1248)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 38 (1879), ab Seite: 271. (Quelle)
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4. Albrecht (gest. 1248), seine Eltern sind nicht mit Bestimmtheit anzugeben; wenn er ein Sohn des Zdislaw ist, der zuerst den Namen Sternberg angenommen hat, so müßte er vor seinem Vater, der 1253 noch am Leben war, gestorben sein. Johannes Tanner in seiner „Geschichte derer Helden von Sternen, oder des uralten Geschlechts von Sternberg u. s. w.“ (Prag 1752, Fol.) nennt ihn einen Bruder des berühmten Tartarensiegers Jaroslaw, welche Annahme jedoch Palacký als eine „ganz willkürliche“ bezeichnet. Albrecht erscheint als der erste Groß- und Spitalmeister des Kreuzherrnordens mit dem rothen Sterne durch Böhmen und Schlesien. Von Einigen wird auch seine böhmische Geburt angezweifelt und Albrecht für einen Croaten ausgegeben, wogegen Palacký den Einwand erhebt: dies dürfte nur daher gekommen sein, „weil jene, so ihn für einen Croaten hielten, zwischen den slavischen Stämmen der Böhmen und Croaten keinen Unterschied zu machen wußten. Hieß ja auch Böhmen Groß-Chrowatien“. Albrecht war die erste Triebfeder der im Jahre 1234 geschehenen Stiftung des (Kreuzherren-) Spitals zu St. Franz an der Prager Brücke, welchem er später auch mehrere Freiheiten und Besitzungen erworben hat. Auch soll durch ihn die Zugabe des sechseckigen Sterns an dem Ordenszeichen der Kreuzträger ihren Anfang genommen haben. Auf unserer Stammtafel erscheint Albrecht als Vater des Stephan S. Nun, Albrecht könnte ja, bevor er Großmeister des Kreuzherrnordens geworden, vermält gewesen sein. Ueberhaupt läßt sich in diesen fernen Jahrhunderten die Stammesfolge bei dem Mangel aller Documente nicht mehr mit Sicherheit bestimmen; daher die Stammesfolge im 13. und 14. Jahrhunderte überhaupt und so auch auf unserer I. Stammtafel nur annäherungsweise richtig zu stellen war. In den späteren Jahrhunderten geben bereits Urkunden sichere Anhaltspunkte und kommen Zweifel in der Sicherheit der Stammesfolge nur vereinzelt vor. –