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BLKÖ:Stein, Friedrich (Tonsetzer)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 38 (1879), ab Seite: 27. (Quelle)
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Stein, Friedrich (Tonsetzer, geb. zu Augsburg 26. Mai 1784, gest. zu Wien 5. Mai 1809). Ein Sohn des berühmten Claviermachers Johann Andreas Stein[WS 1] (geb. 1728, gest. 1792) und jüngerer Bruder des Claviermachers Mathias Andreas Stein und der Nannette, geborenen Stein, vermälten Streicher. Im Jahre 1794, damals zehn Jahre alt, kam er bereits nach Wien, wo er unter Albrechtsberger eine ausgezeichnete musikalische Ausbildung erlangte und dann als trefflicher Fortepianospieler eine Kunstreise machte, auf der er sich großen Beifall erwarb. Er beschäftigte sich in Wien mit Unterrichtgeben auf seinem Instrumente und mit der Composition mehrerer Werke. Bei einigen Concerten im Augarten und im Burgtheater, welche zu wohlthätigen Zwecken gegeben wurden, ließ er sich meist in Beethoven’schen und Mozart’schen Werken hören, und erntete immer für sein ausdrucksvolles, das Werk des Meisters, das er vortrug, in charakteristischer Weise auffassendes Spiel reichen Beifall. Ein Brustleiden, dessen Keim er von früher Jugend in sich trug, raffte ihn im schönsten Alter von erst 25 Jahren dahin. Seine theils in Stich erschienenen, theils Handschrift gebliebenen Compositionen sind: „Der Weiberfeind“, Operette, auf einem Liebhaber-Theater aufgeführt; – „Der Porträtmaler“, Operette, von der Hoftheater-Direction in Wien angekauft, ohne jedoch aufgeführt worden zu sein; – „Die Fee Radiante“, Pantomime, aufgeführt im Leopoldstädter Theater; – „Die Geister um Mitternacht“, Operette, nicht vollendet; – ein „Violinconcert“, für den Violinspieler Eppinger zu dessen Kunstreise nach Rußland geschrieben; – „Die sechste Symphonie“ von Beethoven in C-moll, für zwei Claviere arrangirt; – Grosse Sonate für das Pianoforte“, dem Erzherzog Rudolph gewidmet; diese Sonate und die folgenden Werke sind im Stich erschienen; – „Trio für Clavier, Violine und Violoncello“; – mehrere „Variationen“ für das Pianoforte; – mehrere „Kleine Rondeaus“; – fast alle Mozart’schen und Cherubini’schen Ouverturen, für zwei Claviere arrangirt; – „Die vierte Symphonie“ von Beethoven in B, für zwei Claviere arrangirt; – ein Heft „Lieder“; – „Märsche“ für die Wiener Bürger-Regimenter. Die Herausgeber der im Stich erschienenen Werke Stein’s sind die damals bekanntesten Wiener Musikverleger, Steiner, Träg, Riedel. Stein war mit Karoline Haar, einer Wiener Beamtentochter und trefflichen Pianistin, vermält, die er als Witwe zurückließ.

Hanslick (Eduard), Geschichte des Concertwesens in Wien (Wien 1869, Braumüller, gr. 8°.) S. 211. – Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler u. s. w., Bd. IV, Sp. 262.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Andreas Stein (Wikipedia).