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BLKÖ:Stay, Benedict (Maler)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stazich, Andreas
Band: 37 (1878), ab Seite: 276. (Quelle)
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4. Benedict Stay heißt auch ein trefflicher Maler des 17. Jahrhunderts. Er ist in Ragusa im Jahre 1650 geboren. Schon in jungen Jahren übte er fleißig und mit Erfolg das Zeichnen. Im Jahre 1669 nahm sich Anton Primovic, Bischof von Trebinje, sein Oheim mütterlicher Seits, nachdem er von einer Reise nach Paris zurückgekehrt war, wohin er sich mit einer Sendung an König Ludwig XIV. begeben hatte, des talentvollen Jünglings an und trug für dessen weitere Ausbildung Sorge. Nun machte Stay Reisen durch Italien und nach Paris, wo er längere Zeit seine Kunststudien machte. Von Paris kehrte er nach Italien zurück und verweilte er in Rom, Neapel, Bologna, überall die großen Meister der Kunst studirend. Unter diesen fühlte er sich vornehmlich von den Arbeiten Carracci’s ungezogen; aber auch der altgriechische und altrömische Styl gefiel ihm so sehr, daß er denselben später auf mehreren seiner eigenen Arbeiten anwendete. Nachdem er nun nach Ragusa zurückgekehrt, lebte er daselbst in einem unscheinbaren Häuschen, ganz seiner Kunst hingegeben. Von seinen Arbeiten sind zunächst mehrere Bildnisse bekannt, und zwar jene seiner Verwandten, des Bischofs Anton Primovic und dessen Bruders Benedict Primovic, dann das eines Peter Franz Stay und eines bösen, ein Kind mit den Füßen und der linken Hand stoßenden Alten. In der Marienkirche auf dem Schlosse in Ragusa befindet sich von ihm das Hochaltarbild „Mariae Geburt“ ein schönes Denkmal seiner Kunstfertigkeit. Appendini berichtet über ihn, daß er in seinen Arbeiten Meisterschaft in der Erfindung. Genauigkeit in der Zeichnung, Kraft und Anmuth im Ausdruck und Richtigkeit in der Vertheilung des Lichtes bekunde. Man glaubt eine Arbeit Carracci’s vor sich zu sehen. Als Stay im J. 1685, erst 35 Jahre alt, starb, begann eben sein Ruf sich zu verbreiten, so daß ihn der Tod im schönsten Aufschwung seines Schaffens dahingerafft. [Appendini, Notizie istor. crit. sulle antichita, storia et letteratura de’ Ragusei (Ragusa 1803) Bd. II, p. 209. – L’ Artista dalmato (Zara) 1855, p. 29. – Gazzetta di Zara 1844, Nr. 63 u. 64].