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BLKÖ:Stadion, Christoph Rudolph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 37 (1878), ab Seite: 26. (Quelle)
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3. Christoph Rudolph (geb. 30. December 1638, gest. 17. Jänner 1700). Ein Sohn des fürstlich Würzburg’schen Rathes und Amtsmannes zu Trimberg, Johann Christoph mit Maria Magdalena von Ostein. Von 14 Kindern der zweitälteste Sohn. Er trat in den geistlichen Stand, wurde Dompropst zu Mainz, fungirte vom 13. November 1669 bis 1678 als erzbischöflicher General-Vicar, wurde 1695 Propst des Ritterstiftes St. Alban und des St. Bartholomäusstiftes zu Frankfurt, war zuletzt kurmainzischer Geheimrath und Hofrathspräsident, auch Rector magnificus und Statthalter zu Erfurt. Der Propst war sehr baulustig und sparte dabei nichts weniger als die Kosten. Der große, schöne Garten am Fuße des Albansberges in Mainz war sein Eigenthum. Er hatte denselben mit herrlichen Anlagen im Geschmacke seiner Zeit und mit Fischweihern versehen lassen. Der prachtliebende Kurfürst Lothar Franz von Schönborn [Bd. XXXI, S. 138, Nr. 14] kaufte später diesen Garten von den Stadion’schen Erben und schuf aus ihm den mit den prächtigen Wasserkünsten und schönen Bauten ausgestatteten, berühmten Garten „Favorite“ (heut die neue Anlage vor dem Neuthore). Die Baulust des Propstes Christoph Rudolph bestätigt seine Grabschrift, deren letzte Zeile freilich etwas bitter auf die Nichtigkeit aller Prachtbauten gegenüber dem letzten kleinen Häuschen, das wir Alle beziehen, hinweist. Das Epitaph lautet: „Praepositus Stadion, amplas qui condidit aedes | Defunctus, parvo conditur hoc tumulo | Disce Viator, idem nunc te exspectare sepulchrum | Solumque ex cunctis hanc superesse domum“. –