Zum Inhalt springen

BLKÖ:Stöber, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Stöber, Hermann
Band: 39 (1879), ab Seite: 88. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Karl Stöber in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Stöber, Karl|39|88|}}

Stöber, Karl (Compositeur, geb. zu Preßburg im Jahre 1816, gest. zu Wien am 21. November 1835). Sein Vater war Clavierlehrer und widmete sich nach vollbrachtem Tagewerke ganz der Ausbildung seines einzigen Sohnes, der eine ungewöhnliche musikalische Befähigung an den Tag legte. Dieser entwickelte auch in überraschender Weise das ihm angeborene Talent und gab bereits im Alter von erst sieben Jahren in Preßburg das erste öffentliche Concert. Als er zehn Jahre alt war, 1826, übersiedelten die Eltern nach Wien, und der Vater hatte daselbst mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen, bis es ihm gelang, von Leidesdorf [Bd. XIV, S. 324] und Moscheles [Band XIX, S. 116][WS 1], unterstützt, den Sohn in einer öffentlichen Akademie auftreten zu lassen. Nachdem aber dies geschehen, waren auch alle weiteren Umstände behoben, denn der Knabe hatte die Aufmerksamkeit des musikliebenden Wiener Publicums erregt und dessen Theilnahme gewonnen. Bald wandte sich derselbe auch der Composition zu; seine Arbeiten, in denen sich ein für dieses Alter ganz ungewöhnliches Compositionstalent aussprach. fanden Beifall und häuften sich in kurzer Zeit so rasch, daß der kaum zwanzigjährige Jüngling eine Opuszahl von nahezu dreißig Nummern auszuweisen hatte. Da, im Jahre 1835, wurde der junge Mann von dem in Wien epidemisch herrschenden Typhus ergriffen, und er fiel nach kurzem Krankenlager ein Opfer desselben. Von seinen Compositionen seien erwähnt: „Quatuor concertant en forme de Variations brillantes pour le Pianoforte, Harpe, Clarinette et Violoncelle“ Op. 6 (Wien 1833, Mechetti), ein von Kennern gerühmtes Musikstück; – „Fantaisie pour le Pianoforte sur deux thémes fav. de l’Opéra: Norma“ Op. 12 (ebd. 1834). Professor J. Fischhof gewidmet; – „Fantaisie über beliebte Motive aus Beatrice di Tenda“; – „Emlékezet az hazámrúl. Erinnerung an Ungarn. Phantasie für das Pianoforte“ Op. 14 (Wien 1834, Artaria und Comp.), [89] ein für den Spieler dankbares und den Zuhörer angenehmes groß ausgeführtes Paradestück; – „Fantaisie brillante pour le Pianoforte et Violon“ Oeuv. 15 (Wien 1835, Berka); – „Phantasie über beliebte Motive aus der Oper: Das Nachtlager von Granada, für das Pianoforte“ 16. Werk (Wien 1835, Trentsensky) – „Phantasie über Motive aus Donizetti’s Wahnsinn“ in F, Op. 20; – „Variations brillantes sur in Thême de l’Opera: I Puritani di V. Bellini. Pour le Pianoforte“ Op. 29 (Wien 1836, Trentsensky); – „Duo pour le Pianoforte à quatre mains“ Oeuv. 30 (Hambourg 1836, A. Cranz). Dieses letzte aus S.’s Nachlasse veröffentlichte Werk hatte derselbe im Alter von 14 Jahren vollendet und es Theodor Döhler gewidmet. Männer vom Fach bezeichneten es als eine in Plan, Haltung, Färbung und Durchführung gleich vorzügliche Composition, die in dem Compositeur nur einen gereiften Mann vermuthen läßt. Nicht klein war der Nachlaß des jungen Tonkünstlers, und fanden sich in demselben unter anderen vor: eine große Symphonie für das ganze Orchester. – ein Quartett, – zwölf große Etuden für das Piano, – vier Ouverturen für volles Orchester, – ein großes Quintett für das Pianoforte. – eine Fuge, – drei große Trios für das Pianoforte, – der Anfang einer Oper, – ein Trauermarsch, den er kurz vor seinem Ableben beendet, und noch eine ansehnliche Anzahl verschiedener anderer Tonstücke.

Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Hand-Ausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 803.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [Band XIX, S. 106].