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BLKÖ:Spiro, Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Spiro, Anton
Band: 36 (1878), ab Seite: 176. (Quelle)
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Spiro, Eduard (Bildniß-, Genre- und Geschichtsmale, geb. in Preßburg 1805, gest. zu Wien 24. November 1856). Alexander Patuzzi gibt 1805 als sein Geburtsjahr an, Nagler läßt ihn um 1790 geboren sein. Da sich sein Kunsttalent frühzeitig kundgab, wurde Graf Appony auf ihn aufmerksam, nahm sich seiner hilfreich an und schickte ihn zur weiteren Ausbildung nach Italien. Nachdem S. längere Zeit in Mailand seine Studien gemacht, begab er sich im Jahre 1822 nach Rom, und dort vollendete er mehrere musterhafte Copien berühmter Gemälde italienischer Meister, in welchen sich neben der seltenen Technik auch seine scharfe Auffassung der charakteristischen[WS 1] Eigenthümlichkeiten desjenigen Künstlers ausspricht, dessen Bild er copirte. Außerdem vollendete er mehrere Bilder eigener Composition, die in Farbe und Ausdruck Anerkennung fanden. Insbesondere gefiel in Ausführung der charakteristischen Gestalten eine „Vertreibung der Hagar“. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Italien kehrte S. in seine Heimat zurück, ließ sich in Preßburg nieder, wo er im Malen von Bildnissen, Kirchen- und Geschichtsbildern vollauf Beschäftigung fand. Auch verstand er es, [177] durch Beschickung der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien sich in der Erinnerung des kunstliebenden Publikums zu erhalten. Seit dem J. 1834 erschienen von Zeit zu Zeit in den genannten Ausstellungen seine Bilder, und zwar im Jahre 1834: „Eine römische Bäuerin spinnend“ – „Eine schlafende Pilgerin“ – „Eine Schmiede in Rom“ – „Judith mit dem Haupte des Holofernes“ –. „Das Blumenfest zur Ehre der Madonna in Genza“; – 1835: „Griechenmädchen in ängstlicher Erwartung über den Ausgang einer Schlacht“; – 1839: „Studienkopf“, Oelgemälde – „Cardinal Peter Pázmány – „Ein Mädchen an der Toilette“; – 1840: „Fischerknaben“, – „Die Spinnerin“; – 1841: „Die Betende“; – 1843: „Der schlafende Knabe“ – „Ein Knabe will einem Mädchen eine Rose wegnehmen“ – „Der im Jahre 1000 vom Herzoge Stephan I. von Ungarn nach Rom ausgesandte Bischof Astricius empfängt vom Papste Sylvester II. für seinen Gebieter die Krone und den Titel eines apostolischen Königs“; dasselbe Bild im Jänner 1854 wieder ausgestellt (1200 fl.) und zugleich in einem Aquarelle (100 fl.) wiederholt; – 1848: „Eine Orientalin“ (80 fl.) – „Eine weibliche Gruppe“ (230 fl.). Spiro war kein großes, aber ein anmuthiges Talent. Seine Bildnisse sind ähnlich und ungemein charakteristisch. In seinen historischen Stücken fehlt ihm der sogenannte große Styl, die packende Auffassung des geschichtlich wichtigen Moments, wie wir dieß besonders an Matejko bewundern, aber in seinen Genrebildern ist S. immer liebenswürdig und eigenthümlich.

Frankl (Ludw. Aug.) Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) I. Jahrg. (1842), S. 862; II. Jahrg. (1843), S. 914. – Pietznigg (Franz), Mittheilungen aus Wien (Wien, kl. 8°.) 1835, Bd. III, S. 122. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XVII, S. 166. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien: 1834, 1839, 1840, 1841, 1843, 1848 und 1852. – Salon. Wochenschrift, herausgegeben von Johannes Nordmann (Wien, gr. 8°.), II. Jahrg (18534), Bd. I, Kunstblatt. S. 11. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahr. 1823, S. 339.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: charakterischen.