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BLKÖ:Sonklar Edler von Innstädten, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 35 (1877), ab Seite: 307. (Quelle)
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Sonklar Edler von Innstädten, Karl (k. k. General-Major, Geograph und Durchforscher deutscher Alpen, geb. zu Weißkirchen in der banatischen Militärgrenze 2. December 1816). Sein Vater diente als Officier in der Militärgrenze. Seine Mutter, war die Tochter eines angesehenen Architekten in jener Stadt. Bis zum 12. Jahre besuchte S. die Normalschule seines Geburtsortes, aber bereits damals gab sich seine entschiedene Vorliebe zur Geographie kund, welche sich durch das Zeichnen unzähliger Landkarten, die er dann mit lebhaften Farben zu coloriren pflegte, zunächst aussprach. Nachdem er dann ein Jahr bei seinen Eltern auf einem Grenzdorfe verlebt und daselbst rumänisch lesen und schreiben erlernt, machte sich der damals kaum 13jährige Junge an nichts Geringeres als die Abfassung einer Geographie des walachisch-illyrischen (nunmehr Romanen-Banater) Grenz-Regiments. Im Jahre 1829 bezog S. die mathematische Schule zu Karansebes, dem Stabsorte seines Regimentes, in welcher er während eines dreijährigen Curses eine gründliche Ausbildung in der praktischen Meßkunst erhielt, und zu deren trefflichsten Schülern er zählte. Nach seinem Austritte aus der Schule zum Cadeten assentirt, wurde er in Anerkennung seiner Tüchtigkeit als Supplent und bald darauf als Lehrer derselben Anstalt zugetheilt, und trug nun als solcher Arithmetik, Algebra, Theile aus der Geographie und Geschichte und die Anfangsgründe der Situations-Zeichnung vor. Mehrere Jahre in dieser Stellung thätig, benützte er die Muße seines Berufes zur eigenen weiteren wissenschaftlichen Ausbildung, las und studirte fleißig geschichtliche und naturwissenschaftliche Werke, betrieb von neueren Sprachen besonders die italienische und französische, wendete auch der schönen Literatur seine Aufmerksamkeit zu, immer aber blieb die Geographie sein Lieblingsfach. Ausflüge in die banatischen Karpathen vervollständigten die praktische Seite seiner geographischen Studien, auch wurde sie Veranlassung zu einer Sammlung von Erdarten, welche S. damals anzulegen begonnen hatte. Erst im Jahre 1839, nach siebenjähriger Dienstzeit, wurde [308] der sonst so tüchtige Cadet zum Officier befördert. Auf seine Bitte kam S. in das damals in Agram stationirte (italienische) Linien-Infanterie-Regiment König Wilhelm der Niederlande Nr. 26, in welchem er seine Studien mit großem Eifer und um so größerem Erfolge fortsetzte, da ihm die Quellen zu seiner Ausbildung dahier reichlicher flossen, als in dem von den Stätten der Cultur entfernteren Grenzorte. Noch günstiger gestalteten sich nach dieser Richtung die Verhältnisse, als das Regiment von Agram nach Gratz verlegt wurde. Dort wurde S. zum Commandanten der Cadettenschule des Regiments bestimmt, im Sommer 1841 einem Detachement der in Gratz zusammengestellten Pionnier-Unterrichtsabtheilung zugewiesen und im Frühjahre 1842 zum Bataillons-Adjutanten ernannt. Durch diese Anstellung vom Compagniedienste befreit, benützte S. die freie Zeit, um zwei Jahre hindurch die Vorträge über Physik und Chemie am Johanneum zu hören. Dieselben wurden in höchst anregender Weise von dem damaligen Professor, nachmaligen General-Secretär der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Dr. Anton Schrötter [Bd. XXXII, S. 1] gehalten und S. von denselben derart gefesselt, daß er seine Wohnung in ein chemisches Laboratorium umgestaltete und mit seinen Experimenten weit über die Grenzen der laufenden Vorträge hinausging. Dabei aber setzte er militärische Studien, Taktik, Kriegsgeschichte, Kriegswirthschaft emsig fort und betrat damals das in Oesterreich nicht eben sehr gepflegte Gebiet des Militärschriftstellers, indem er in der Schels’schen „Militär-Zeitschrift“ (1844) seinen ersten Aufsatz: „Ueber die Führung einer Arrière-Garde“ veröffentlichte, dessen der sächsische Militärschriftsteller von Pönitz in seinem Werke: „Taktik der verbundenen Waffen“ anerkennend gedachte. Im folgenden Jahre erschien in der nämlichen Zeitschrift sein zweiter Aufsatz: „Ueber die Heeresverpflegung im Kriege“, und im nächsten sein erstes selbständiges Werk: „Abhandlung über die Heeresverwaltung der alten Römer im Frieden und Krieg, in der besonderen Beziehung auf die beiden Hauptzweige der Heeresversorgung: Besoldung und Verpflegung“ (Innsbruck 1847, Wagner, gr. 8°.). Diese heute im Buchhandel vergriffene Arbeit fand nicht nur in deutschen Fachblättern, auch im Pariser „Spectateur militaire“ die aufmunterndste Würdigung. Im Ihre 1845 wurde das Regiment, in welchem S. diente, nach Innsbruck verlegt. Die herrliche Alpennatur dieses Landes eröffnete S. neue Gebiete des Studiums und Forschens, wozu er durch Besteigung mehrerer der nächsten Alpenspitzen noch mehr angeregt wurde. Insbesondere war es das Gletscherphänomen, welches zunächst seine Aufmerksamkeit fesselte und über welches er alle darüber erschienenen Arbeiten zu Rathe zog, ohne freilich aus denselben die gewünschten Resultate erhalten zu haben. Ein im Herbst 1845 unternommener Ausflug nach München steigerte auch sein längst vorhandenes Interesse für Kunst, zu dessen Bethätigung bisher immer nur der rechte Anlaß gefehlt. Die nächstfolgenden Jahre 1846 und 1847 benützte S. zur Ersteigung mehrerer Bergspitzen in der Nähe von Innsbruck und zu einigen Ausflügen in das Selrain-, Stubai-, Volderer- und Zillerthal. Der Dienst brachte ihn nach Vorarlberg, ein anderes Mal nach Süd-Tirol. Im Jahre 1848 kam er mit seinem Regimente nach Vorarlberg, später nach Salzburg. Da übernahm Graf Coronini, der Erzieher des Kronprinzen, als Oberst das Commando des Regiments, und Sonklar, damals Oberlieutenant, [309] wurde sein Regimentsadjutant. Durch seinen Oberst fiel auf S. die Wahl zum Erzieher des jüngsten Bruders des Kronprinzen, des damals sechs Jahre alten Erzherzogs Ludwig Victor[WS 1], welche Stelle er Ende August 1848 in Schönbrunn antrat. In dieser Stellung machte S. die denkwürdigen Ereignisse des genannten Jahres und auch der folgenden Zeit mit, in welche zwei kleinere Reisen nach Berlin und Dresden fallen. Als im Mai 1849 der Hof und S. mit ihm nach Wien zurückkehrte, trat er erst in das eigentliche Centrum des geistigen Lebens; nun erst erschlossen sich ihm in den reichen und verschiedenartigsten Sammlungen die mannigfaltigen daselbst aufgespeicherten Schätze der Wissenschaft, Kunst und Cultur, und zunächst zogen ihn die reichen Kunstsammlungen der Metropole an und legten den Grund zu einer ungemein interessanten, aber leider selbst in Fachkreisen kaum gekannten Arbeit, nämlich zu seiner „Graphischen Darstellung der Geschichte der Malerei“, deren weiter unten, bei S.’s im Druck erschienenen Werken, S. 310, Erwähnung geschieht. Aber seine kunstgeschichtlichen Studien zogen ihn nicht von seinen geographischen und naturwissenschaftlichen, unter welch letzteren ihn nun vornehmlich die Meteorologie beschäftigte, ab. Immer gewohnt, was er ergriff, mit Gründlichkeit durchzuführen, nahm er, um in den Geist des großen Werkes über Meteorologie von Kämtz vollends einzudringen, Unterricht in der Differential- und Integralrechnung, in der Methode der kleinsten Quadrate und in der analytischen Geometrie, welchen ihm Dr. Grailich [Bd. V, S. 304] ertheilte. Nach der Meteorologie kamen Mineralogie, Paläontologie und Geologie an die Reihe, zu welchem Zwecke er in den kaiserlichen Sammlungen, zugleich aber die wichtigsten anerkannten naturwissenschaftlichen Werke eifrig studirte. Dabei richtete er fortwährend sein Studium auf das schon erwähnte Gletscherphänomen, über das er in allen geologischen Werken nach Erklärungen und Mittheilungen über die Erscheinung desselben forschte. Unter solchen Studien, wiederholten kürzeren und längeren Ausflügen über verschiedene Theile der österreichischen und steirischen Alpen und später der oberungarischen Karpathen, welche neben seinem Berufe als Erzieher des kaiserlichen Prinzen, seine Mußestunden ausfüllten, kam das Jahr 1857 heran, Erzherzog Ludwig Victor hatte das 16. Lebensjahr erreicht und es trat ein Wechsel in seiner Umgebung ein. Sonklar, sein bisheriger Erzieher, der in der Zwischenzeit Hauptmann geworden, wurde zum Major befördert und im April 1857 als solcher in die k. k. Militär-Akademie in Wiener-Neustadt beordert, wo er wieder im Lehramte thätig war. In seiner Stellung rückte S. 1860 zum Oberstlieutenant, 1865 zum Obersten vor. Im Februar 1873 trat von S. nach 40jähriger Dienstleistung mit General-Majorsrang in den Ruhestand über, welchen er in mit der Wissenschaft gewidmeten Studien in Innsbruck verlebt. Während der Jahre von 1857 bis heut unternahm S. zahlreiche Reisen in die obersteirischen Tauern (1857–1862 jährlich in den Ferien-Monaten), nach Südtirol (1863, 1870), wo er namentlich die Gebiete der Judicarien, die Grödener Thäler, Val di Ledro, Valsugana, Schlern und die südlichen Thäler der Zillerthaler Alpen (1863 bis 1867) seinen sorgfältigen – vornehmlich orographischen – Forschungen unterzog, ferner in die Julischen Alpen (1868), nach Ungarn (1870), nach Unter-Krain (1872), nach Ober-Krain (1873), [310] nach Italien bis Neapel (1875) und in die südtirolischen Dolomit-Alpen (1876, 1877). Die Ergebnisse seiner Studien und Forschungen, in den erst in neuerer Zeit durch die Arbeiten von Ruthner’s [Bd. XXVII, S. 303][WS 2] und Simony’s [Bd. XXXIV, S. 322] und nun auch durch jene Sonklar’s erschlossenen Gebieten der Alpenwelt, ferner auf den Gebieten der Kunst und der Naturwissenschaft hat S. in mehreren theils selbständigen Werken und theils wissenschaftlichen Abhandlungen in periodischen Fachschriften niedergelegt. Sonklar’s selbständig erschienene Werke sind: „Graphische Darstellung der Geschichte der Malerei von Giunta Pisano und Guido da Siena bis auf Louis Jacques David und Jacob Asmund Carstens, bestehend aus zehn Tableaux sammt kurzgefasster kunstgeschichtlicher Erläuterung“ (Wien 1853, k. k. Hof- und Staatsdruckerei, gr. Fol.); Sonklar gibt die Geschichte der Malerei auf zehn Tafeln: I. Napoli. Roma, Firenze, Siena; II. Genova, Ferrara, Bologna, Padova, Modena, Parma; III. Venezia, Verona, Brescia, Cremona, Milano; IV. Portugal, Andalusia, Valencia, Castilla; V. Frankreich, England; VI. u. VII. Belgien, Holland; VIII. Schweiz und Ober-Rhein, Mittel- und Nieder-Rhein, Hessen, Franken (Nürnberg, Nördlingen Franken), Ulm, Schwaben (Stuttgart), Augsburg; IX. Ober-Sachsen, Nieder-Sachsen, Preußen, Dänemark, Schweden, Rußland und Polen; X. Bayern, Oesterreich (Prag und Wien, Tirol). Das Werk ist Ihrer Hoheit der Erzherzogin Sophie gewidmet. Es enthält auf den genannten zehn Tafeln die übersichtlichste Darstellung der Geschichte der Kunst seit dem 14. Jahrhundert der christlichen Aera. Es sollte in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen, da es die einzelnen Maler-Schulen, ihre Uebergänge und Verschmelzungen mit Anführung der Namen der einzelnen Künstler und ihrer Schüler in klarster und ungemein instructiver Weise kennzeichnet; es ist leider das einzige Werk im Gebiete der Kunst, welches S. veröffentlicht; alle folgenden sind ausschließlich geographischen und naturwissenschaftlichen Zwecken gewidmet; es sind: „Reiseskizzen aus den Alpen und Karpathen“ (Wien 1857, L. W. Seidl, 8°.), in anregendem Touristentone gehaltene Schilderungen von Land und Leuten, voll Heiterkeit und ansprechender Lebendigkeit; – „Die Oetzthaler Gebirgsgruppe mit Atlas“ (Gotha 1861, Perthes, 4°.); – „Die Gebirgsgruppe der Hohen-Tauern, mit besonderer Rücksicht auf Geographie, Gletscherkunde, Geologie und Meteorologie nach eigenen Untersuchungen“ (Wien 1866, Beck, gr. 8“., mit Holzschnitt und 3 Cartons in gr. Fol.). Das Werk ist mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien erschienen und das Ergebniß seiner während sechs Ferienreisen unternommenen orographischen Untersuchungen der Hochschwabgruppe in Ober-Steiermark und in den Hohen-Tauern; – „Allgemeine Geographie oder Lehre von den Reliefformen der Erdoberfläche“ (Wien 1873, Braumüller, 8°.); dieses Werk begründete wohl am meisten S.’s Ruf als Geograph, und wurde vielfach, insbesondere aber in den „Göttinger Anzeigen“ (1875, Nr. 27) einer sehr anerkennenden Beurtheilung unterzogen; – „Die Zillerthaler Alpen“ (Gotha 1877, Justus Perthes, 4°.), auch als 32. Ergänzungsheft der Petermann’schen „Geographischen Mittheilungen“. – In periodischen Fachschriften hat S. veröffentlicht, u. z. in den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe: „Besteigung [311] des Großglockner am 5. September 1854“ (1855); – „Ein neuer Condensations-Hygrometer“, mit einer Tafel (1856); – „Neuerlicher Ausbruch des Suldener Gletschers in Tirol“, mit 1 Karte (1857); – „Ueber den Zusammenhang der Gletscherschwankungen mit den meteorologischen Verhältnissen“, mit 1 Tafel (1858); – „Die Gebirgsgruppe des Hochschwab in Ober-Steiermark“, mit 2 Tafeln (1859); – „Der große Schuttkegel von Wiener-Neustadt“, mit 1 Karte und einem Durchschnitte (1859); – in den Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe: „Die Aenderungen der Temperatur mit der Höhe“ (1863); – in den Mittheilungen der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien: „Das Oetzthaler Eisgebiet“ (1857); – „Einige Höhenmessungen der Gebrüder Schlagnitweit“ (1859); – „Grundzüge einer Hyetographie von Oesterreich“ (1860); – „Die Gletscher der Diluvialzeit“ (1863); – „Das Eisgebiet der Hohen-Tauern (1864); – in Mayer’s „Oesterreichischer Revue“: „Von den Alpen. I. Allgemeines“ (1863, Bd. III); – „Von den Alpen. II. Eintheilung der Ostalpen“, mit einer Karte (1864, Band III und IV); – in den „Jahrbüchern des österreichischen Alpenvereins“: „Eine Besteigung des Lasörling bei Pregarten“ (1864); – „Val Rendena und Val Genova in Süd-Tirol“ (ebd.); – „Das Rainthal bei Taufers und das Ruthnerhorn“ (1864); – „Die Südseite der Zillerthaler Alpen (1865); – „Einige Aussichtspuncte in den Alpen“ (1867); – „Alpe oder Alm. Gletscher oder Ferner“ (ebd.); – „Von Kaprun nach Stubach“ (ebd.); – „Die höchsten Berge der Zillerthaler Alpen“ (ebd.); – „Höhenbestimmungen in den Zillerthaler Alpen“ (1868); – „Bemerkungen zu dem Aufsatze des Herrn Dr. von Mojsisovics über die Grenze zwischen den Ost-und Westalpen“ (1876); – in der „Oesterreichischen botanischen Zeitschrift“: „Zur Flora von Wiener-Neustadt“ (1866, Nr. 2); – „Aus dem Banate“ (1870, Nr. 3); – in der Zeitschrift „Ausland“: „Ueber die plastischen und hypsometrischen Verhältnisse der Ost-Alpen“ (1869); – „Die Julischen Alpen und der Wocheimer Kessel“ (1869); – „Ueber einen Punct in Tyndall’s Gletscher-Theorie“ (1870);– „Das Castell Sanct Angelo in Rom“ (1876); – in den „Veröffentlichungen des deutschen Alpenvereins“, Section München: „Das Floitenthal und der Floitengletscher in den Zillerthaler Alpen“ (1869); – in der „Deutschen Vierteljahrsschrift: „Ueber die Structur der Gletscher“ (1870, Nr. 131); – in Amthor’s „Alpenfreund“: „Einige Gebirgsdurchbrüche in den Alpen“ (1871); – im „Berichte des naturwissenschaftlich-medicinischen Vereins zu Innsbruck“: „Ueber die Menge des freiverdunstenden Wassers“ (1873); – in den „Oesterreichisch-ungarischen militärischen Blättern“: „Ueber Lieferungen in Commission für den Zweck des Armee-Unterhaltes“ [Bd. II, S. 2]; – „Die Schlacht am Trasimenischen See“ [Bd. II, S. 6]; – „Das Eisenbahndefilé zwischen Bologna und Florenz“ [2. Jänner 1876]; – „Eine Ersteigung des Vesuv“ [1876, Bd. I]; – „Nach Ischia“ [Bd. III, Heft 2, S. 12]; – „Das Castell dell’Oro und das Castell Sant Elmo in Neapel“ [Bd. IV, Heft 1, S. 3]; – im „Tourist“: „Em Abenteuer im Gebirge“ (1872); – „Aus meinem Tagebuche“ (Großarl, Molteinthal) [312] [1876, Bd. II, Heft 11, S. 12]; – „Aus meinem Tagebuche“ (das Ober-Salzbachthal, Pinzgau) [1877, Heft 9 bis 11]; – im „Organ der militär-wissenschaftlichen Vereine“: „Die Schlacht bei Issus. 333 vor Christi“ [1876, Heft 12]; – „Von der Phalanx und von der Legion“ (1877); – in der „Alpenzeitung“: „Ein Tag im Niederthal bei Vent“ [1876, Nr. 2]; – in der „Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins“: „Studien über den Gurgler Gletscher“ [1877, Heft 9–11]. Außer diesen durch seine Lieblingsstudien veranlaßten Arbeiten S.’s sind noch einige in seinem unmittelbaren Berufe als Lehrer der Wiener-Neustädter Akademie und im dienstlichen Auftrage verfaßte Lehrbücher zu nennen, u. z. für die Cadetten-Institute: „Vorbegriffe aus der mathematischen und physischen Geographie“; – „Geographie der fremden Welttheile“; – „Geographie von Europa“; – „Geographie von Osterreich“ [alle vier Wien 1858, k. k. Staatsdruckerei); – ferner: „Leitfaden der Geographie von Europa für die k. k. Militär-Akademien“ (Wien 1867, k. k. Staatsdruckerei; zweite Auflage, Wien 1876, L. W. Seidel und Sohn); – „Leitfaden für den Unterricht in der physikalischen Geographie im zweiten und dritten Lehrgange der k. k. Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt“ (Wien 1869, ebd.); – „Lehrbuch der Geographie für die Militär-, Real- und Cadettenschulen“. Zwei Theile (Wien 1877, Seidel und Sohn); der erste Theil davon ist neu verfaßt, der zweite aber eine vermehrte dritte Auflage des vorerwähnten „Leitfaden der Geographie von Europa“. Sonklar’s alpine Studien haben nicht nur im Allgemeinen die Kenntniß über die Natur des Alpenlandes nach verschiedenen Richtungen gefördert, sondern seine Hauptaufgabe, die er zu lösen gesucht, war die Orogaphie desselben, d. i. die eigentliche Gebirgsbeschreibung auf wissenschaftliche Grundlagen zu stellen. Im Hinblick auf diese seine Hauptrichtung hat er auch ein eigenes orometrisches System aufgestellt, das die wissenschaftliche Vergleichung der Gebirge unter sich ermöglicht und dadurch zu nicht unwichtigen geologischen Schlußfolgerungen führt. Als geographischer Schriftsteller ist er ein Anhänger der K. Ritterschen Methode, insofern er sich nicht mit der trockenen Aufzählung geographischer Thatsachen begnügt, sondern auch den Zusammenhang derselben sowohl mit den sie bedingenden als auch mit den von ihnen bedingten Erscheinungen zu erklären oder doch wenigstens zu betonen sucht. So ist er bestrebt, die Geographie aus der engen Sphäre eines bloßen Gedächtnißkrams auf den Standpunct des Denkens und Vergleichens emporzuheben. Als Lehrer der Geographie seiner Zeit an der k. k. Wiener-Neustädter Militär-Akademie hat er Erfolge erzielt, die bei den vorgesetzten Behörden die verdiente Anerkennung fanden und namentlich bei den Vorprüfungen der Zöglinge der genannten Akademie für die Kriegsschule, in glänzender Weise hervortraten. Sonklar, welcher schon früher mit der kaiserlich österreichischen Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet worden, erhielt mit ah. Entschließung vom 6. Mai 1866 in „Anerkennung seiner verdienstlichen Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiete“ den Orden der eisernen Krone dritter Classe und am 26. Juli 1872 das Comthurkreuz des Franz Joseph-Ordens. Von den zahlreichen wissenschaftlichen Akademien und Vereinen des In- und Auslandes, welche S. ihre Diplome gesendet, seien genannt: die k. k. geologische Reichsanstalt in Wien, die k. k. geographische [313] Gesellschaft ebenda, die „Royal geographical Society“ zu London und die königliche Gesellschaft der Erdkunde zu Berlin, deren correspondirendes Mitglied General-Major von Sonklar ist. S. ist seit August 1849 mit Maria geborenen von Bouthillier (gest. 1874) vermält, welche ihm einen Sohn, Victor Edlen von Innstädten, derzeit Ober-Lieutenant des Tiroler Jäger-Regiments Kaiser Franz Joseph, und drei Töchter gebar.

Oberst Karl von Sonklar. Eine biographische Skizze (Leipzig, Fischer und Winig, 8°.). Separat-Abdruck aus Amthor’s Alpenfreund, Band I. – Adelstands-Diplom ddo. Wien, 19. Juli 1829. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Karl Victor.
  2. Vorlage: [Bd. XXVII, S. 2–].