Zum Inhalt springen

BLKÖ:Smith, J. Constanze

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Smith, Albert
Nächster>>>
Smith, Julie
Band: 35 (1877), ab Seite: 183. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
J. Constanze Smith in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Smith, J. Constanze|35|183|}}

Smith, J. Constanze (Dichterin, Geburtsjahr unbekannt, gest. in Wien 21. October 1829). Sie ist die Tochter Peter Philipps Herbert Freiherrn [184] von Rathkeal [Bd. VIII, S. 352], kaiserlichen Internuntius an der türkischen Pforte, aus dessen Ehe mit Fräulein von Collenbach. Im Jahre 1798 vermälte sich Constanze mit Spencer-Smith, damaligen englischen Minister und Bruder des Humanisten Sir Sidney-Smith, des berühmten Agitators in der heut noch nicht gelösten Sklavenfrage, welcher schon zur Zeit des Wiener Congresses ein Diner im Augarten veranstaltete, mit dessen Ertrag die christlichen Sklaven in der Barbarei losgekauft werden sollten. Ueber Constanzens Lebensgeschichte während ihrer Ehe liegen keine Nachrichten vor. Die letzten Jahre lebte sie, wie es den Anschein hatte, in nicht sehr glänzenden Umständen in Wien, Sie selbst war Dichterin, besaß wirklichen poetischen Beruf, aber ihr strebender Geist, ihre schwunghafte Einbildungskraft fanden in einer äußerst schwächlichen Gesundheit bedauernswerthe Fesseln. Lord Byron, der Constanze in Malta kennen gelernt, rühmt in Briefen an seine Mutter hoch ihr Talent und schrieb an sie, September 1809, ein liebliches begeistertes Gedicht. Es beginnt mit den Worten: „On thee, in whom at once conspire all charms which heedless heart can move ....“. Von Constanze selbst erschien zwei Jahre vor ihrem Ableben eine Dichtung in drei Gesängen: „Derniers adieux à la mer“ (Wien 1827, 8°., welche wohl wenig bekannt geworden und auch eine bibliographische Seltenheit sein mag, da sie in den Bücherkatalogen gar nicht erscheint. Constanze liegt auf dem neuen Ortsfriedhof von Währing bestattet und auf ihrem Grabstein liest man die Verse: Count o’er thy joys thine hours have seen, | Count o’er thy days from anguish free, | And know, whatever thon hast been | Tis something, better not to be.. Ueber eine Namensschwester, die zu Verwechslungen Anlaß gab, vergleiche die Quellen.

Gräffer (Franz), Kleine Wiener Memoiren, historische Novellen, Genrescenen, Fresken, Skizzen u. s. w. (Wien 1845, Fr. Beck, 8°.) Band III, S. 237, im Artikel: „Sidney-Smith“.