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BLKÖ:Sivkovich, Johann Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 35 (1877), ab Seite: 40. (Quelle)
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Sivkovich, Johann Freiherr (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Kerstinhaz in der Karlsstädter Grenze am 23. Februar 1779, gest. zu Görz am 19. März 1857). War ein Sohn des Michael Sivkovich, Oberst-Lieutenant des Szluiner Grenz-Regimentes, dessen Voreltern, aus Bosnien stammend, allda den Namen Sivko führten und erst, durch die Türken vertrieben, bei ihrer Einwanderung in Croatien die daselbst übliche Endsilbe „vich“ annahmen. Michael Sivkovich erlangte 1804 den ungarischen Adel und bestimmte seinen zweitältesten Sohn Johann zur kriegerischen Laufbahn. Noch nicht fünfzehn Jahre alt, ward dieser als k. k. Cadet für das 20. Infanterie-Regiment, damals Graf Kaunitz, assentirt und schon am 1. September 1794 zum Fähnrich befördert. Bis zum Lüneviller Frieden 1801 wohnte Sivkovich den Feldzügen m Holland, Deutschland und Italien, vorerst unter Coburg, dann unter Clerfayt, später unter Wurmser, endlich unter Erzherzog Karl bei, rückte im Mai 1797 zum Lieutenant, im November 1799 zum Oberlieutenant vor, hielt sich bei den Belagerungen von Mannheim und Kehl mit lobenswerther Bravour und wurde in den Gefechten bei Tournay und Diersheim verwundet. Im Mai 1802 wurde Sivkovich zu dem Ottochaner Grenz-Regiment übersetzt, machte den Feldzug 1805 in Italien mit und wurde im März 1809 Capitän-Lieutenant. Im Feldzuge 1809 stand Sivkovich im Reserve-Bataillon bei dem 9. Armee-Corps des Feldzeugmeisters Grafen Gyulay und hatte Gelegenheit, sich bei dem Angriffe auf Gratz am 26. Juni besonders hervorzuthun. Die Ottochaner hatten den Auftrag, gegen die Vorstadt St. Leonhard vorzurücken und sich derselben zu bemächtigen. Schon am frühen Morgen in derselben Gegend hatte Major Munich des ersten Banal-Grenz-Regimentes das Mißgeschick, mit 350 Mann die Waffen strecken zu müssen. Die Franzosen brachten diese Gefangenen in einer Kirche in Gewahrsam. Da war es nun Sivkovich, welcher mit einer Division Ottochaner den Feind aus St. Leonhard verdrängte, die Kirche erstürmte, die Gefangenen befreite und ein Geschütz eroberte. Der Generalissimus Erzherzog Karl würdigte diese tapfere That mit der Beförderung Sivkovich’s außer seinem Range zum wirklichen Hauptmanne. Durch den Wiener Frieden 1809 kam ein Theil der croatischen Grenze und mit diesem die Ottochaner an Frankreich. Hauptmann Sivkovich, 1810 als Cordons-Commandant an der türkischen Grenze verwendet, entwickelte in dieser Dienstleistung bei großer Selbstaufopferung so viele Proben von Umsicht und Entschlossenheit, daß ihm Kaiser Napoleon I. im November 1810 das Ritterkreuz der Ehren-Legion verlieh. Unter Frankreich ward er im Februar 1813 Major bei den Liccanern und als die Grenzer 1814 das unfreiwillige Joch abschüttelten, mittlerweile [41] in die Banal-Grenze übersetzt, wurde er beauftragt, eine große Zahl neapolitanischer Kriegsgefangenen nach Venedig zu escortiren. Ebenso hatte er einige Jahre nachher als Major im zweiten Banal-Grenz-Regimente bei der in Bosnien ausgebrochenen Pest um Dubicza einen Cordon gezogen und diesen mit großer Umsicht aufrecht erhalten, wofür ihn Kaiser Franz zum Oberstlieutenant im Liccaner Regimente im Juli 1818 ernannte. Im October 1824 zum Obersten beim zweiten Banal-Grenz-Regimente befördert, benützte Sivkovich in der Zeit seines dießfälligen achtjährigen Commando’s die Gelegenheit, jene Entwürfe der Verwirklichung zuzuführen, die das Loos der Grenzer verbessern sollten. Die innere Geschäftsordnung ward zu einem festeren und rascheren Gange gehoben, Hauptstraßen, Nebenstraßen und Brücken wurden angelegt, Moräste ausgetrocknet, in den Officiersstationen die fehlenden Quartiere, in den Gemeinden Kirchen erbaut. Ungeschmälert lebt sein Andenken in dieser Grenze fort, wo vier Kirchen und zwanzig Gemeindeschulen, von ihm in’s Leben gerufen, das unvergängliche Zeugniß seines rastlosen Bemühens für das Wohl des Bezirkes geben. Im December 1831 wurde Sivkovich zum General-Major befördert und im November 1838 in den erbländischen Freiherrn-Stand erhoben. Im Jänner 1841 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, erhielt er fast gleichzeitig die Inhaberstelle des 41. galizischen Infanterie-Regiments (vordem Baron Watlet). Neben seinen Obliegenheiten als Soldat widmete Baron Sivkovich seine Muße den allgemeinen Interessen des Staates, und die Provinz Krain verdankt ihm während seiner Anstellung als Militärcommandant die Hebung der Seidenzucht daselbst. Seine letzte Verwendung war als Divisionär zu Temesvár; er trat nach 52 Dienstjahren in den Ruhestand und zog sich nach Görz zurück, wo er im 78. Lebensjahre gestorben ist. Der General hatte sich in Laibach, während er daselbst als General-Major angestellt war, am 13. März 1834 mit Walburga Josepha geborenen von Pannovich, verwitweten Khek von Schwarzbach verheirathet, aus welcher Ehe eine Tochter, Charlotte (geb. 15. August 1836), und ein Sohn, Philipp (geb. 28. Juni 1839), stammen. Dieser, zuletzt Oberlieutenant im 79. ungarisch-croatischen Ottochaner Infanterie-Regimente Graf Jelacic, befand sich im Jahre 1874 beim Landes-Schützen-Bataillon Nr. 9 zugetheilt. In der Wiener-Neustädter Militär-Akademie ausgebildet, kam er in Wien 1859 als Lieutenant zu Prinz Eugen von Savoyen-Dragoner Nr. 5, im Jahre 1861 zu Hohenlohe-Infanterie Nr. 17, wo er im Mai 1866 Oberlieutenant wurde. S. hat die Feldzüge 1859 und 1866 in Italien mitgemacht und war wiederholt als Bataillons-Adjutant und Ordonnanz-Officier in Verwendung gestanden.

Adelstands-Diplom ddo. 14. September 1804. – Freiherrnstands-Diplom ddo. 2. November 1838. – Oesterreichischer Militär-Kalender, Herausgegeben von Hirtenfeld und Meynert (Wien kl. 8°.) 1859, S. 122–124. – Militär Zeitung. Herausg. von Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1857, S. 431: „Nekrolog“.
Wappen. Ein quadrirter Schild mit einer zwischen den beiden unteren Feldern gerade aufsteigenden Spitze, in deren schwarzem Grunde eine goldene gebundene Korngarbe zu sehen ist. Im ersten blauen Felde erscheint ein goldener, doppelt geschwänzter, rechtshin springender Löwe, mit beiden Vorderpranken einen roth bequasteten Speer haltend; im zweiten rothen Felde ein Castell mit zwei Thürmen, offenem, mit einem Fallgitter versehenen Thore, feinen Zinnen, Fenstern und [42] Schußlöchern; im dritten, auch rothen Felde, schräge kreuzweise über einander gelegt ein bloßes Schwert und ein bloßer Säbel; im vierten blauen Felde ein silberner, gewellter, oben von drei goldenen neben einander gereihten Sternen begleiteter Querbalken. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone mit drei gekrönten Helmen. Die Krone des mittleren trägt einen frei auf dem Ellbogen ruhenden, blau gekleideten Arm, der in der bloßen Faust einen Säbel mit einem daranhängenden Sarazenenkopf hält, zwischen einem offenem schwarzen Fluge; der rechte trägt den ganzen rechts gewendeten Löwen des ersten Feldes, der linke das Castell. Die Helmdecken sind sämmtlich rechts roth mit Silber, links blau mit Gold unterlegt.