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BLKÖ:Seuffert, Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Seuffert, Joseph
Band: 34 (1877), ab Seite: 163. (Quelle)
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Seuffert, Eduard (Industrieller, geb. in Wien 1817, gest. in Döbling bei Wien 6. September 1855). Entstammt einer berühmten Orgelbauer-Familie, in welcher Johann Philipp S. (geb. 1673) als Hof-Orgelbauer zu Würzburg im Jahre 1760 starb. Er ist der Erbauer der berühmten Orgeln im Kloster Banz, zu Ebersbach und in der Würzburger Hofcapelle. Seine zwei Söhne Johann Ignaz (geb. 1727, gest. 1809) und Franz Ignaz (geb. 1731, gest. um 1810) waren gleichfalls berühmte Orgelbauer, von denen Ersterer mehrere Werke in Paris aufgestellt hat. [164] Franz Ignaz, zuletzt, wie sein Vater, Hof-Orgelbauer in Würzburg, hatte zwei Söhne: Johann Philipp und Franz Martin. Während Johann Philipp[WS 1] dem Vater in seiner Stelle folgte, ging der andere. Franz Martin, der sich später von der Orgelbauerei dem Baue von Clavieren zugewendet hatte, nach Wien, wo er um das Jahr 1806 als Theilhaber der Wachtel’schen Clavierfabrik erscheint, welche in den Jahren 1806–1820 in gutem Flor stand. In der Folge bewährte sich dieselbe unter der Firma Seuffert und Seidler. Den schönsten Aufschwung aber nahm die Fabrik, als Franz Martin’s Sohn, Eduard, als Gesellschafter seines Vaters in die Fabrik trat. Der Ruf ihrer Erzeugnisse wuchs mit jedem Jahre und im Jahre 1845 wurde anläßlich der damaligen Industrie-Ausstellung in Wien die Firma Seuffert & Sohn für ihre Verdienste um die Instrumentenfabrication mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Die unten bezeichneten Quellen geben ausführliche Nachricht über die Vorzüge und Eigenthümlichkeiten der in dieser Fabrik gearbeiteten Instrumente, wie über die Verhältnisse der Fabrik selbst. In der Folge errang Eduard auf der Münchener Industrie-Ausstellung die große goldene Medaille. In seinem großartigen Etablissement hatte Eduard S., der Erste, das Princip der Theilung der Arbeit eingeführt, und alle Bestandtheile, von der rohesten Tischler- und Schlosserarbeit bis zu den feinsten Arbeiten, wurden im Hause selbst verfertigt. Kurz vor seinem im Alter von erst 38 Jahren erfolgten Tode hatte er mit seinen großen Concert-Instrumenten, in welchem er in sinnreicher Weise das französische System (Erard) mit dem englischen (Broadwood) verschmolz, schöne Erfolge erzielt. Nach seinem Tode heirathete seine Witwe den Geschäftsführer Friedrich Ehrbar, unter welchem die Firma zu hoher künstlerischer Vollendung und zu europäischem Rufe gelangte. Nachdem Ehrbar seine Frau durch den Tod verloren, heirathete er die Tochter des Hof-Capellmeisters Benedict Randhartinger [Band XXIV, S. 322], mit dem vereint er die Reconstruction eines längst vergessenen Instrumentes, des Verracordions, glücklich durchgeführt hat.

Zellner’s Blätter für Theater, Musik und bildende Kunst (Wien, 4°.) 1855, Nr. 64, S. 257: „Nekrolog“. – Wiener allgemeine Musik-Zeitung. Herausgegeben von Dr. August Schmidt (4°.) III. Jahrg. (1843), Nr. 103; V. Jahrg, (1845), Nr. 85, in der Besprechung der Wiener Industrie-Ausstellung; VII. Jahrg. (1847), Nr. 49. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Schladebach, fortges. von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, Rob. Schäfer, gr. 8°.), Bd III, S. 564.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Johann Philip.