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BLKÖ:Sekeres, Athanasius

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 34 (1877), ab Seite: 40. (Quelle)
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Sekeres, Athanasius (Lexikograph, gebürtig aus Raab in Ungarn, Geburtsjahr unbekannt, gest. in Wien um das Jahr 1800). Er hieß früher Dimitrijević und unter diesem Namen erscheint er auch bei Horányi in dem in den Quellen angeführten Werke. Er widmete sich dem priesterlichen Berufe und wirkte in demselben anfänglich in seiner Vaterstadt Raab, bis ihn der Temesvárer Bischof Georgiević nach Wien als Pfarrverweser schickte, wo er aber zur Union übertrat und k. k. Censor der serbischen Bücher wurde. Er galt unter seinen Landsleuten für einen sehr gelehrten Mann, und Johann Muskatirović [Bd. XIX, S. 475] nennt ihn in der Vorrede zu seinen serbischen Sprichwörtern (Pričte) neben Dosithey Obradović [Bd. XX, S. 466] seinen Freund. Von Sekeres’ wissenschaftlichen Werken erwähnen die slavischen Literaturhistoriker deren zwei; eines davon mit lateinischem und slavischem Texte in zwei Colonnen im Jahre 1777 (?) in Folio gedruckt, Mönchsregeln enthaltend, und ein zweites, bei weitem wichtigeres: „Sokrowjschtsche slawenskagho Jazyka“, d. i. Thesaurus linguae Slavonicae, das Horányi als das Ergebniß riesigen Gelehrtenfleißes und bereits für den Druck vorbereitet bezeichnet. Wie es immer beschaffen gewesen sein mag, im Drucke ist es nicht erschienen. Ob er es in Handschrift hinterlassen, ja, ob es überhaupt fertig geworden oder nur eigentlich Project des Autors geblieben, melden die Quellen nicht. Auch die oben bezeichneten „Mönchsregeln“ werden von Joh. Csaplovics in seinem Werke: „Slavonien und zum Theile Kroatien u. s. w.“ (Pesth 1819) Bd. II, S. 179 dem griechisch-orientalischen Bischof von Arad, Vincenz Ivannović (gest. 6. Juni 1837 a. St.), zugeschrieben.

Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1775, A. Loewe, 8°.) Tom. I, p. 517, unter dem Namen Athanasius Dimitrievich. – Paul Jos. Šafařik’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Jos. Jireček (Prag 1865, Friedr. Tempsky, 8°.) III. Das serbische Schriftthum, 2. Abth. S. 372, Nr. 347 und S. 454, Nr. 878.