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BLKÖ:Scotti, Anton Marcell

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Scorzini, Luigi
Band: 33 (1877), ab Seite: 216. (Quelle)
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Scotti, Anton Marcell (Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Kosel in Schlesien im Jahre 1765, gest. zu Wien 10. Juni 1795). Begab sich jung nach Wien, wo er unter Weirotter die k. k. Akademie der bildenden Künste besuchte und sich im Zeichnen, dann aber noch in der Kupferstechkunst ausbildete. Darauf unternahm er eine Reise nach Italien, hielt sich einige Zeit in Rom auf und kehrte darauf nach Wien zurück, wo er sich häuslich niederließ und bald den Ruf eines geschickten Stechers von Landschaften erlangte. Da er selbst sehr gut zeichnete, machte er mehrere Kunstausflüge in die Gegenden des Erzherzogthums, und nahm besonders schöne Aussichtspuncte auf, in der Absicht, sie in Radirungen zu veröffentlichen, aber ein früher Tod, der ihn im Alter von 30 Jahren bereits hinraffte, vereitelte diese Absicht. Von Scotti’s Radirungen sind bekannt: „Erste Folge alter Gebäude, nach der Natur gezeichnet von Weirotter, geäzt von Ant. Marcell Scotti“. 20 ganz im Geschmacke Weirotter’s behandelte, schön radirte Blätter (kl. Quer-Folio); – „Gebirgslandschaft mit ruhenden Kriegern im Vordergrunde“ (71/2 Zoll hoch, 10 Zoll breit); – „Gebirgslandschaft mit einer Brücke über den reissenden Strom, über welche ein Mann mit einem Knaben schreitet“, Gegenstück, diese und die vorige nach Weirotter; – „Innere Ansicht des Kaiserpalastes in Rom“ (gr. Qu.-Fol.); – „Innere Ansicht des Colosseums in Rom“ (gr. Qu.-Fol.), zwei trefflich radirte Blätter, wovon auch erste Drucke vor aller Schrift existiren; – „Ansicht von Traunkirchen am Traunsee“, mit Scotti’s Dedication an H. Pöltner (gr. Qu.-Fol.); – „Ansicht der Cascade in Eisenau,“ mit Scotti’s Dedication an H. Lange (gr. Quer-Folio); – „Landschaft mit einem Brunnen, im Vordergrunde ein auf einem Eimer sitzender Mann,“ bez. Scotti (Rad. 8°.); – „Landschaft mit Ruinen, rechts ein auf der Erde sitzender Wanderer, vor welchem ein Mann steht“; – „Landschaft mit Ruinen, rechts ein Mann, so sich auf seinen Stock stützt und zu einem anderen, vor ihm sitzenden spricht,“ diese und die vorige (gr. Quer-Folio) ohne und mit Sc.’s Namen; – „Landschaft mit einer alten steinernen Brücke von zwei Bogen,“ ohne Namen (gr. Ou.-8°.); – „Landschaft im Geschmacke von Salvator Rosa.“ Scotti fecit (kl. Fol.); – „Grosse Felsenlandschaft, rechts auf der Höhe ein Schloss,“ drei Männer, einer von ihnen auf einem Esel reitend, bilden die Staffage, nach eigener Zeichnung schön radirt (gr. Qu.-Fol.), selten sind Abdrücke ohne Namen des Künstlers; – Folge von fünf Landschaften nach eigener Zeichnung (7 Zoll hoch, 5 Zoll breit): 1, u. 2. „Ansichten aus der Umgegend von Rom,“ 3. „Die Höhle von Servola,“ 4. „Gegend von Siena.“ 5. „Gegend bei Florenz“. Scotti’s Stiche sind schön, ungemein sauber ausgeführt und geben mit Meisterschaft den landschaftlichen Charakter. Scotti’s Blätter kommen nicht häufig vor.

Füßli. Allgemeines Künstler-Lexikon.